NASDAQ 100: Enge Spanne vor Fed-Entscheid
Der NASDAQ 100 bewegt sich kaum, während Anleger auf den Fed-Beschluss warten. Inflation, Anleiherenditen und Ölpreise prägen die Stimmung.

Kurz zusammengefasst
- Index bleibt zwischen 29.000 und 29.700 Punkten
- Fed berät am Mittwoch über Leitzinsen
- Zehnjährige US-Rendite steigt über fünf Prozent
- Ölpreise geben jüngste Gewinne teilweise ab
Der NASDAQ 100 tritt auf der Stelle. Zwischen 29.000 und 29.700 Punkten hat sich der Index in eine enge Spanne eingenistet, aus der er seit Tagen nicht ausbricht. Ein Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank wollen sich Anleger offenbar nicht festlegen.
Am Dienstag lag die vorbörsliche Indikation für den technologielastigen Index nur knapp im Minus, während der Dow Jones Industrial deutlicher nachgab. Die Zurückhaltung hat einen klaren Grund: An diesem Mittwoch entscheidet die Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh zum dritten Mal über die Leitzinsen.
An den Märkten wird mehrheitlich mit einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent gerechnet. Warsh gibt sich bislang wortkarg, was die Unsicherheit zusätzlich befeuert.
Charttechnik zeigt Stillstand
Die fehlende Richtung spiegelt sich auch im Chartbild wider. Die Handelsspanne komprimiert sich zunehmend, begleitet von flachen gleitenden Durchschnitten und schwindendem Handelsvolumen. Die durchschnittliche Tagesschwankung liegt bei nur 0,58 Prozent — ein Wert, der auf einen Markt hindeutet, der auf den nächsten Impuls wartet.
Kursziel nach oben bleibt der Widerstandsbereich um 29.350 Punkte, verbunden mit dem 200-Perioden-Durchschnitt bei rund 29.290 Punkten. Erst ein Ausbruch darüber würde eine echte Trendwende signalisieren. Nach unten gilt die Marke von 29.000 Punkten als wichtige Verteidigungslinie, die in der Vergangenheit bereits mehrfach gehalten hat. Ein Bruch dieser Zone könnte laut technischer Einschätzung weiteren Verkaufsdruck auslösen.
Inflation und Ölpreis als Belastung
Hintergrund der Nervosität ist die hartnäckig hohe Inflation, getrieben vor allem von steigenden Energiepreisen. Die Zuspitzung der Lage im Nahen Osten lässt hier keine schnelle Entspannung erwarten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte zuletzt erneut über die Marke von fünf Prozent — ein Belastungsfaktor gerade für zinssensitive Technologiewerte im Index.
Immerhin gaben die Ölpreise zuletzt einen Teil ihrer jüngsten Gewinne wieder ab, was die Stimmung etwas beruhigte. Für echte Erleichterung dürfte das aber nicht reichen, solange die geopolitische Lage angespannt bleibt.
Die Entscheidung der Fed am Mittwoch dürfte die aktuelle Spanne auflösen. Bleibt Warsh bei der erwarteten Zinsanhebung und liefert klare Signale für den weiteren Kurs, könnte der Index aus seiner Konsolidierung ausbrechen — in welche Richtung, hängt maßgeblich von der Tonalität der begleitenden Kommentare ab.
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