NASDAQ 100: Erholung nach schwächster Woche seit April 2025
Der Index steigt zum Handelsauftakt, während Chipaktien zulegen und anstehende Tech-Berichte die Zweifel an KI-Investitionen prüfen.

Kurz zusammengefasst
- NASDAQ 100 startet mit 1,3 Prozent Plus
- Wochenverlust von 5,5 Prozent bleibt bestehen
- Intel, AMD und Micron steigen vorbörslich
- Goldman Sachs stuft CoreWeave auf Kauf hoch
Nach dem Ausverkauf der Vorwoche schalten die Anleger an der Nasdaq wieder einen Gang zurück. Der Index legte zum Handelsstart um 1,3 Prozent auf rund 29.570 Punkte zu. Die Verluste von zuletzt 5,5 Prozent in einer Woche macht das allerdings nicht wett.
Vom Rekord zurück auf September-Niveau
Vor knapp zwei Wochen hatte der Nasdaq 100 mit 31.361 Punkten noch ein Rekordhoch markiert. Am Freitag fiel er auf das Niveau von Mitte September zurück. Es war die schwächste Woche seit April 2025, als die US-Zölle des „Liberation Day“ die Märkte erschütterten.
Ausgelöst hat den Rückgang die Sorge, ob sich die enormen Investitionen in KI-Infrastruktur auszahlen. Hinzu kamen Zweifel an deren Finanzierung. Der Volatilitätsindex VIX verzeichnete seinen größten Sprung seit Juni, und der Halbleiterindex SOXX hatte seine längste Verlustserie seit 2008 hinter sich.
Der breite Markt zeigt sich robuster. Der S&P 500 gewann 0,5 Prozent auf 7.695 Punkte, der Dow Jones blieb mit einem Minus von 0,1 Prozent nahezu unverändert.
Chipwerte erholen sich, CoreWeave springt
Besonders gefragt sind die zuletzt geprügelten Halbleiterwerte. Intel, AMD und Micron legten vorbörslich um bis zu 4,2 Prozent zu. Bei CoreWeave deutete sich ein Plus von 7,5 Prozent an. Die Aktie des KI-Cloud-Anbieters war zuvor wegen möglichen Finanzbedarfs unter Druck geraten. Goldman Sachs stufte den Titel nun hoch und rät zum Kauf, mit Verweis auf die Kursverluste seit August.
„Anleger greifen nach dem Ausverkauf wieder zu“, sagt Etoro-Marktanalyst Maximilian Wienke. Er warnt aber: „Die Erholung bleibt jedoch anfällig.“ Zusätzlich belasten laut Marktbeobachtern steigende Zinsen in Frankreich, geopolitische Spannungen und der bis zuletzt hohe Ölpreis die Stimmung.
Berichtssaison als Prüfstein
Die Zahlenvorlage der Tech-Schwergewichte rückt nun in den Mittelpunkt. Netflix macht am Dienstag den Anfang. Am Mittwoch folgen Tesla, Meta und IBM. Auch SpaceX soll im Wochenverlauf Geschäftszahlen veröffentlichen.
Überzeugen die Konzerne mit starken Margen und Ausblicken, könnten die Zweifel an der Rentabilität der KI-Investitionen nachlassen. Enttäuschungen dürften hingegen die Finanzierungssorgen verstärken und den Druck auf den gesamten Technologiesektor erhöhen. Am Freitag stehen zudem die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone an.
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