NASDAQ 100: Inflationsdaten belasten Tech
Die Kerninflation übertrifft die Prognose; höhere Zinssorgen belasten Technologiewerte, während Bank- und Quartalsmeldungen den Markt prägen.

Kurz zusammengefasst
- Kernrate steigt monatlich um 0,3 Prozent
- NASDAQ 100 vorbörslich 0,7 Prozent niedriger
- Barclays stuft drei Hardwarewerte herab
- Bank of America erhält Milliardenstrafe
Die US-Inflation überrascht im September nach oben, und ausgerechnet die zinssensiblen Technologiewerte stehen vorbörslich unter Druck. Der NASDAQ 100 wurde rund eine Stunde vor Handelsbeginn vom Broker IG 0,7 Prozent niedriger indiziert, bei 30.355 Punkten. Zum Dienstagsschluss lag der Index noch bei 30.569 Punkten.
Kernrate sorgt für Unruhe
Auslöser ist die Kernrate der Verbraucherpreise, also ohne Energie und Lebensmittel. Sie stieg im September gegenüber August um 0,3 Prozent. Erwartet worden war ein Plus von 0,2 Prozent. Die Gesamtinflation entsprach im Monatsvergleich den Prognosen, lag im Jahresvergleich mit 3,7 Prozent aber darüber.
Marktbeobachter sehen darin ein Risiko: Die US-Notenbank könnte die Leitzinsen stärker anheben als bisher gedacht. Die nächste Zinsentscheidung steht in rund zwei Wochen an. Fed-Vizechefin Michelle Bowman dämpfte allerdings die Erwartungen an schnelle Schritte. Sie sehe keine Eile, nach der Zinserhöhung im September weitere Maßnahmen zu ergreifen, sagte sie bei der Tagung von IWF und Weltbank in Bangkok.
Schon am Dienstag hatte New Yorks Fed-Präsident John Williams für etwas Beruhigung gesorgt. Er hält in diesem Jahr noch eine weitere Anhebung für angemessen, rechnet für 2027 aber nicht mit einer erneuten.
Chipwerte und Hardware unter Druck
Der Dienstag war bereits von Tech-Schwäche geprägt. Der NASDAQ 100 gab um 0,31 Prozent nach. Im Index bildeten die Papiere von Applied Materials mit einem Minus von 6,7 Prozent das Schlusslicht. Der Ausrüster hatte auf seinem Investorentag nur wenig konkrete Prognosen genannt und auf Faktoren verwiesen, die einen Ausblick erschwerten, obwohl er sich zu den Ausgaben für Waferfabrikausrüstung optimistisch zeigte.
Zusätzlich belastete die Chipbranche die Sorge vor Konkurrenz aus China. Dem Vernehmen nach macht der Speicherchip-Hersteller CXMT große technologische Fortschritte. Micron verlor in New York 3,6 Prozent.
Heute richtet sich der Blick auch auf die Hardware-Branche. Barclays stufte Dell Technologies, HP und NetApp von „Overweight“ auf „Equal-weight“ herab. Die Dell-Aktie lag zuletzt auf Tradegate gut 2 Prozent im Minus.
Banken dominieren das Geschehen
Abseits der Technologie bestimmen die Quartalszahlen der Finanzbranche das Bild. Bank of America verlor vorbörslich 6 Prozent, nachdem das US-Finanzministerium Strafen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar wegen Verstößen gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze verhängt hatte. BlackRock legte dagegen um 2,7 Prozent zu, getragen von überraschend hohen Mittelzuflüssen.
Der Index hängt damit am Zinsausblick. Fallen die Aussagen der Fed in den kommenden zwei Wochen weiter zurückhaltend aus, dürfte das den Druck auf Tech-Titel mindern. Bestätigt sich dagegen der Preisdruck, rückt eine straffere Gangart näher.
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