NASDAQ 100: Iran, Zinsen, KI-IPOs

Der Nasdaq 100 erholt sich von seinem jüngsten Einbruch, belastet durch Zinsängste und ein massives neues Aktienangebot.

Andreas Sommer ·
Eine stilisierte Darstellung eines Serverraums mit blauen Schaltkreisen, überlagert mit Finanzdiagrammen und einer Karte des Nahen Ostens. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Technologieindex legt um 1,1 Prozent zu
  • Halbleiteraktien treiben die Erholung an
  • Entspannung im Nahen Osten stützt
  • SpaceX-IPO als nächster Belastungstest

Nach dem heftigen Rutsch vom Freitag setzt der Nasdaq 100 seine Erholung fort. Am Dienstag legte der Technologieindex im frühen US-Handel um rund 1,1 Prozent auf 29.731 Punkte zu — ein klares Lebenszeichen nach dem Einbruch von 4,8 Prozent zum Wochenschluss.

Damals hatten überraschend robuste US-Arbeitsmarktdaten die Zinsängste befeuert. Die Befürchtung: Eine weiterhin starke US-Wirtschaft könnte die Fed zu einer Zinserhöhung veranlassen — ein Szenario, das zinssensible Technologiewerte besonders hart trifft. Diese Sorgen sind nicht verschwunden, belasten den Markt aber gerade weniger stark.

Zwei Treiber, ein Richtungswechsel

Halbleiteraktien liefern den stärksten Impuls. Nvidia, Intel und AMD erholten sich vorbörslich um bis zu 2,7 Prozent vom Ausverkauf der Vorwoche. Der Sektor litt zuletzt am stärksten unter den Risikoabverkäufen — entsprechend kräftig fällt die Gegenbewegung aus.

Dazu kommt die vorläufige Beruhigung im Nahen Osten. Iran und Israel haben ihre jüngsten gegenseitigen Angriffe vorerst eingestellt. Die Lage bleibt fragil, aber die unmittelbare Eskalationsgefahr ließ nach — auch die Ölpreise gaben daraufhin etwas nach. „Die Stimmung im Technologiesektor ist nervös, aber weiter optimistisch“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.

SpaceX-IPO als nächster Stresstest

Die Erholung steht unter einem Vorbehalt: Schon am Freitag plant SpaceX seinen Börsengang — als Rekord-IPO eines der größten Kapitalmarktereignisse der jüngeren Vergangenheit. Hinzu kommen eine Kapitalerhöhung von Alphabet sowie Gerüchte über eine entsprechende Maßnahme bei Meta. Consorsbank-Analyst Jochen Stanzl warnt, das zusätzliche Aktienangebot könnte die Nachfrage nach Technologie- und KI-Titeln auf die Probe stellen und die ohnehin erhöhte Volatilität weiter anheizen.

Parallel drängen KI-Unternehmen an die Börse: OpenAI hat nach Anthropic eine Aktienplatzierung beantragt, konkrete Details bleiben jedoch unter Verschluss. Beide IPOs gelten als Indikator dafür, wie viel Risikobereitschaft im KI-Sektor noch steckt — angesichts milliardenschwerer Investitionen in Rechenzentren, deren Rendite zunehmend hinterfragt wird.

Für den Nasdaq 100 bedeutet das: Die kurzfristige Erholung ist intakt, die strukturellen Gegenwinde durch Zinspolitik und das massive neue Aktienangebot bleiben aber reale Belastungsfaktoren für die kommenden Handelstage.

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