Nasdaq 100: KI-Sorgen bremsen Rallye

Der Nasdaq 100 stabilisiert sich nach starkem Wochenendrückgang. Enttäuschte KI-Erwartungen bei Halbleitern und restriktivere Fed-Signale belasten die Tech-Aktien.

Andreas Sommer ·
NASDAQ 100 Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Starke Verluste bei KI-Halbleiterwerten
  • Fed signalisiert weniger Zinssenkungen
  • Charttechnische Unterstützung bei 25.100 Punkten
  • Schwache Industriedaten aus China

Nach einem deutlichen Kursrutsch am Freitag suchen Anleger zu Wochenbeginn nach Bodenhaftung. Während sich die Futures stabilisieren, lasten massive Bewertungsängste im KI-Sektor schwer auf der Stimmung. Droht nun eine tiefere Korrektur bei den Tech-Giganten oder bietet der Rücksetzer neue Chancen?

Zum Start in den Montag notieren die Futures für den Nasdaq 100 nahezu unverändert im Bereich von 25.250 Punkten. Diese vorläufige Stabilisierung folgt auf einen volatilen Freitag, an dem der Index 1,91 Prozent verlor und damit die Gewinne der gesamten Woche zunichtemachte. Die Verkaufswelle schwappte über Nacht auch nach Asien, wo Märkte wie der südkoreanische KOSPI und der japanische Nikkei deutliche Verluste verzeichneten.

Chip-Aktien im Abwärtsstrudel

Auslöser der Turbulenzen waren enttäuschte Erwartungen im Halbleiterbereich. Besonders Broadcom geriet unter die Räder und stürzte um 11 Prozent ab. Zwar übertrafen die gemeldeten Zahlen die offiziellen Schätzungen, sie konnten jedoch die extrem hohen Erwartungen der Käuferseite an die KI-Infrastrukturausgaben nicht erfüllen.

Dieser Dämpfer zog den gesamten Sektor nach unten:
* Micron Technology verlor 7 Prozent aufgrund von Sorgen um die Preisentwicklung bei Speicherchips.
* AMD gab um 4,8 Prozent nach und unterschritt dabei wichtige technische Unterstützungsniveaus.
* AppLovin setzte seine Korrektur mit einem Minus von 6,5 Prozent fort.

Gegen den Trend stemmten sich nur wenige Titel. Lululemon sprang nach soliden Zahlen um 10 Prozent nach oben, während Adobe (+1,7 Prozent) von einer leichten Rotation in moderater bewertete Software-Titel profitierte.

Makroökonomischer Gegenwind

Belastend wirkt zudem die jüngste Zinsentscheidung der US-Notenbank vom 10. Dezember. Die Fed senkte den Leitzins zwar auf eine Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent, signalisierte aber für 2026 weniger Zinssenkungen als vom Markt erhofft. Dies zwingt Investoren zu einer Neubewertung der Renditen. Gleichzeitig dämpfen schwache Industriedaten aus China, die am heutigen Montag veröffentlicht wurden, die globale Risikobereitschaft.

Charttechnisch ist der Index angeschlagen und schloss am Freitag unter seinem 20-Tage-Durchschnitt. Die wichtige Unterstützung liegt nun beim Freitagstief von 25.100 Punkten. Ein Bruch dieser Marke könnte den Weg zur psychologisch wichtigen 25.000er-Schwelle ebnen.

Händler blicken nun auf die US-Eröffnung: Gelingt die Verteidigung der 25.100 Punkte, könnten die Bullen einen Gegenangriff starten. Entscheidende Impulse dürften im Tagesverlauf die Daten des Empire State Manufacturing Index sowie weitere Kommentare der Notenbanker liefern.

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