NASDAQ 100: Rekord trotz Rendite-Hoch

KI-Erwartungen stützen den Index, während die Konzentration auf wenige Technologiewerte und hohe Zinsen Risiken prägen.

Andreas Sommer ·
Moderne Bürogebäude im Finanzviertel unter einem klaren blauen Himmel. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neuer Höchststand am Freitag erreicht
  • Vorbörslich 0,2 Prozent im Minus
  • Nvidia legt vor Handelsbeginn zu
  • Intel verliert vorbörslich 3,8 Prozent

Die KI-Rallye an der Wall Street läuft weiter, obwohl die Anleiherenditen so hoch stehen wie seit 2002 nicht mehr. Der NASDAQ 100 markierte zuletzt ein neues Rekordhoch, der S&P 500 notiert knapp unter seinem Allzeithoch. Gewaltige Gewinnerwartungen tragen den Markt. Seine Abhängigkeit von wenigen Tech-Schwergewichten bleibt allerdings die Kehrseite.

Vorbörslich leichter Rückschlag

Am Freitag hatte der Index bei etwas über 31.000 Punkten ein Rekordhoch erreicht. Zum Wochenstart deutet sich eine Atempause an: Der Broker IG taxierte den NASDAQ 100 vor Handelsbeginn 0,2 Prozent tiefer bei 30.772 Punkten. Der Dow Jones lag minimal im Plus bei 51.195 Punkten.

Die Stimmung belasten hohe Ölpreise und Sorgen um die Staatsfinanzen Frankreichs. Eskalierende Schulproteste nähren dort Zweifel an der politischen Stabilität, zudem lastet die hohe Verschuldung auf dem Anleihemarkt. In Spanien kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez wegen sozialer Proteste zur Wohnungskrise vorgezogene Neuwahlen an. Der Euro fiel zum Dollar auf ein Tief seit rund anderthalb Jahren.

Einzelwerte mit klaren Ausschlägen

Im Index zeigten sich vorbörslich unterschiedliche Tendenzen. Nvidia gewann als stärkster der sieben größten US-Techkonzerne 0,5 Prozent. Der Apple-Zulieferer Hon Hai, auch Nvidia-Partner, meldete einen besser als erwarteten Quartalsumsatz. Das deutet auf anhaltend hohe Investitionen in KI-Infrastruktur hin.

Intel verlor vor dem Start 3,8 Prozent. Börsianer verwiesen auf einen Newsletter, wonach TSMC eine mögliche Zusammenarbeit mit Elon Musks Halbleiterprojekt Terafab prüfen soll. Für Intel würde das den Wettbewerb um Auftragsfertigung verschärfen.

Abseits des Index sorgte der Chipentwickler Cerebras mit einem Plus von 4,7 Prozent für Aufmerksamkeit. OpenAI-Chef Sam Altman hatte das Unternehmen als „engen Partner“ bezeichnet.

Zinsen bleiben der Taktgeber

Im Fokus steht die Geldpolitik der US-Notenbank. Am Nachmittag erscheint der ISM-Index des Servicesektors. Die Analysten der Helaba erwarten einen leichten Rückgang auf rund 55 Punkte, was weiterhin klar Wachstum signalisieren würde. Sie halten weitere Zinsanhebungen der Fed im Kampf gegen die erhöhte Inflation für wahrscheinlich.

Fällt der ISM-Wert deutlich stärker als erwartet, könnte das den Druck auf die Renditen mindern. Bleibt er robust, dürfte die Zinsdebatte den Rekordindex weiter begleiten.

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NASDAQ 100 Index

31.031,47 PKT

+ 223,54 PKT +0,73 %
KGV —
Sektor —
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
ISIN: US6311011026

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