NASDAQ 100: TSMC meldet Rekordquartal
Schwache Prognosen und regulatorische Sorgen belasten den Technologiesektor. TSMC trotzt mit Rekordquartal dem negativen Trend.
Kurz zusammengefasst
- Massiver Ausverkauf bei Speicherchip-Herstellern
- SanDisk und Dell mit zweistelligen Kursverlusten
- TSMC übertrifft Erwartungen mit Rekordgewinn
- US-Erzeugerpreise sinken überraschend
Während die Euphorie um Künstliche Intelligenz (KI) zuletzt für Rekordstände gesorgt hatte, löste ein massiver Ausverkauf bei Herstellern von Speicherchips und Computerhardware eine negative Dynamik aus. Belastet durch schwache Prognosen und Sorgen über eine mögliche Überkapazität im KI-Infrastrukturbereich gab der technologielastige Index spürbar nach.
Speicherchip-Sektor belastet Technologiewerte
Ein massiver Einbruch bei den Herstellern von Speicher-Hardware drückte die Stimmung am Markt empfindlich. Besonders hart traf es SanDisk, deren Aktienkurs um 14 Prozent einbrach. Auch Dell verzeichnete einen Rückgang von 14,2 Prozent, nachdem Berichte über eine Leasingvereinbarung von Meta für KI-Kapazitäten die Runde machten. Die Analysten von GF Securities stuften die Dell-Aktie daraufhin auf „Hold“ herab. Parallel dazu sanken die Papiere von Western Digital und Micron jeweils zweistellig.
Dieser Abwärtstrend setzte sich im asiatischen Handel fort, wo Schwergewichte wie SK Hynix und Samsung Electronics Verluste von bis zu 11,5 Prozent hinnehmen mussten. Die Marktteilnehmer reagierten damit auf Prognosen sinkender Preise für NAND-Flash-Speicher und mögliche US-Exportbeschränkungen für Hochleistungschips. Zudem verhängte der Bundesstaat New York ein Moratorium für neue KI-Rechenzentren, was die Sorgen vor regulatorischen Hürden für den weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur befeuerte.
TSMC trotzt dem Trend mit Rekordquartal
In starkem Kontrast zur allgemeinen Branchenschwäche präsentierte Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) herausragende Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026. Der Nettogewinn des weltweit führenden Auftragsfertigers stieg im Vergleich zum Vorjahr um 77,4 Prozent auf einen Rekordwert von 706,6 Milliarden Taiwan-Dollar (rund 22 Milliarden US-Dollar). Der Umsatz kletterte um 36 Prozent auf 40,2 Milliarden US-Dollar, womit das Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf.
Besonders das Segment High-Performance Computing (HPC), das 66 Prozent des Umsatzes ausmacht, trieb das Wachstum voran. Laut Reuters hob TSMC zudem die Prognose für das Gesamtjahr an und erwartet nun ein Umsatzwachstum von über 40 Prozent. Die geplanten Investitionen (Capex) für das Jahr 2026 wurden auf eine Spanne von 60 bis 64 Milliarden US-Dollar präzisiert. Auch ASML stützte die langfristige Zuversicht im Sektor und hob die Umsatzprognose für 2026 auf 43 bis 45 Milliarden Euro an.
Erzeugerpreise und US-Notenbank im Fokus
Flankiert wurde das Marktgeschehen von neuen makroökonomischen Daten aus den USA. Die Erzeugerpreise (PPI) für den Monat Juni sanken überraschend um 0,3 Prozent, was die jährliche Rate auf 5,5 Prozent drückte. Diese Abkühlung der Inflation nährte die Hoffnung auf eine Lockerung der Geldpolitik. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve im September sank laut aktuellen Marktdaten auf lediglich 10 Prozent.
Für den weiteren Handelsverlauf richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Quartalszahlen großer Index-Schwergewichte. UnitedHealth wird Ergebnisse vor Handelsbeginn vorlegen, wobei Analysten einen Gewinn pro Aktie von 4,85 US-Dollar erwarten. Nach Börsenschluss folgt der Bericht von Netflix. Der Streaming-Dienst steht unter Druck, das Wachstum nach dem Vorgehen gegen die Passwort-Weitergabe zu bestätigen. Analysten prognostizieren für Netflix einen Umsatz von 12,58 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn pro Aktie von 0,79 US-Dollar.
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