NASDAQ 100: Warsh stützt KI, hält Zinsfrage offen
Warshs positive Einschätzung stärkt die KI-Zuversicht, während die Finanzierung des Ausbaus und der nächste Zinsentscheid ungeklärt bleiben.
Kurz zusammengefasst
- Warsh betont wirtschaftliches Potenzial künstlicher Intelligenz
- US-Aktienfutures legten nach seinen Aussagen leicht zu
- TSMC meldete einen Rekordquartalsgewinn
- Zinsentscheidung am 27.–28. Oktober steht an
Fed-Chef Kevin Warsh hat heute die möglichen wirtschaftlichen Vorteile künstlicher Intelligenz hervorgehoben und damit die Stimmung nach dem Technologieausverkauf gestützt. Für den Nasdaq 100 ist das ein positives Signal, aber keine geldpolitische Entwarnung: Zur nächsten Zinsentscheidung gab Warsh keine Richtung vor. Die Finanzierungskosten für den KI-Ausbau bleiben damit ein Unsicherheitsfaktor.
KI-Zuversicht ohne Zinssignal
Warsh sprach künstlicher Intelligenz erhebliche Chancen für die amerikanische und die globale Wirtschaft zu. Nach seinen Äußerungen legten die US-Aktienfutures laut AP leicht zu. Damit erhielt die zuletzt angeschlagene KI-Erzählung wieder Unterstützung.
Auf der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank vermied Warsh zugleich eine Festlegung zur Geldpolitik. Reuters zufolge erklärte er heute, Zinsentscheidungen nicht vorwegzunehmen. Aus seinen Aussagen lässt sich deshalb keine Zusage für unveränderte Finanzierungskonditionen ableiten.
Genau diese Unterscheidung ist für den Nasdaq 100 wichtig. Die jüngsten Verkäufe betrafen nicht allein die Frage nach dem wirtschaftlichen Nutzen künstlicher Intelligenz. Anleger hinterfragten auch, wie sich der Infrastrukturaufbau bei möglicherweise höheren Zinsen finanzieren lässt.
Finanzierung bleibt der empfindliche Punkt
Reuters berichtete gestern über Druck auf Aktien und Anleihen von CoreWeave sowie auf Oracle-Anleihen. Auch Nvidia, Micron und AMD wurden im Zusammenhang mit den Verkäufen genannt. Die Neubewertung erfasste damit sowohl Infrastrukturfinanzierung als auch Chipaktien.
Den Hintergrund lieferte die am Mittwoch veröffentlichte US-Verbraucherpreisinflation. Laut Bureau of Labor Statistics stiegen die Preise im September gegenüber dem Vormonat um 0,6% und gegenüber dem Vorjahr um 3,7%. Das verstärkte die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen.
Warshs positive Einschätzung des KI-Potenzials beantwortet diese Finanzierungsfrage nicht. Sie setzt den jüngsten Befürchtungen jedoch eine konstruktivere Einschätzung der langfristigen wirtschaftlichen Chancen entgegen.
Zusätzlichen Rückhalt bot gestern die Unternehmensseite: TSMC meldete laut AP einen Rekordquartalsgewinn und bezeichnete die KI-Nachfrage weiterhin als stark. Das Unternehmen beliefert unter anderem die Nasdaq-100-Mitglieder Nvidia und Apple. Im Handelsverlauf gingen zudem die Renditen von US-Staatsanleihen zurück, während sich KI-Aktien von frühen Verlusten erholten.
Zinsentscheidung bleibt der nächste Prüfstein
Nach dem Inflationsbericht hatten Händler zeitweise annähernd ausgeglichene Chancen für eine Zinserhöhung eingepreist. Gestern deuteten Terminkurse laut Reuters dann auf eine Wahrscheinlichkeit von 73% für unveränderte Zinsen hin. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses findet am 27.–28. Oktober statt.
Für den Nasdaq 100 stehen damit zwei Signale nebeneinander: Die Nachfrage nach KI bleibt nach den jüngsten Unternehmensaussagen robust, während die Finanzierung des Ausbaus stärker hinterfragt wird. Warshs Äußerungen stärken die Zuversicht in die Technologie. Eine Entlastung auf der Zinsseite liefern sie nicht.
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