Nasdaq Aktie: Iran trifft Wall Street
Geopolitische Spannungen und steigende Inflation belasten US-Börsen. Der Nasdaq fällt, während Energieaktien zulegen.
Kurz zusammengefasst
- Nasdaq verliert ein Prozent
- US-Inflation steigt auf 4,2 Prozent
- Technologie- und Airline-Aktien unter Druck
- Ölpreis als Gradmesser der Eskalation
Der Nahe Osten macht die Börsenplanung kompliziert. Nachdem US-Streitkräfte auf Anweisung von Präsident Trump iranische Luftabwehr- und Radarstellungen nahe der Straße von Hormus angegriffen haben, schlägt Teheran zurück — und trifft US-Militärbasen in Kuwait, Bahrain und Jordan. Die Eskalation versetzt den Markt in Unruhe.
Der Nasdaq verlor rund ein Prozent auf gut 25.400 Punkte, womit er die Verluste vom Vortag ausbaut. Der S&P 500 gab ähnlich stark nach, der Dow Jones büßte knapp 480 Punkte ein.
Inflation liefert keine Entlastung
Auch die Preisdaten bieten keinen Rückenwind. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai auf Jahresbasis um 4,2 Prozent — eine Beschleunigung gegenüber den 3,8 Prozent im April. Die Kernrate, die Energie und Nahrungsmittel ausklammert, lag bei 2,9 Prozent. Beides traf zwar die Erwartungen, gibt der Fed aber keinen Spielraum für baldige Zinssenkungen.
Sektoren unter Druck
Die Schwäche trifft vor allem technologielastige Segmente: Halbleiter, Computer-Hardware und Wohnimmobilien-Aktien stehen deutlich im Minus. Airline-Titel leiden unter dem Ölpreisanstieg, während Energieaktien die Ausnahme nach oben bilden. Goldminen-Aktien brechen trotz geopolitischer Spannungen ein — ein ungewöhnliches Signal, das auf Liquiditätsbewegungen hindeutet.
Trump ließ auf seiner Plattform verlauten, Iran habe „zu lange gebraucht“ für eine Einigung und werde nun „den Preis zahlen“. Märkte hatten einen Deal längst antizipiert — die Eskalation trifft daher besonders hart, weil sie eine eingepreiste Annahme kippt.
Wie schnell sich die Lage beruhigt, hängt nun davon ab, ob diplomatische Kanäle greifen oder der Konflikt weitere militärische Reaktionen auslöst. Bis dahin dürfte die Risikobereitschaft am Markt gedämpft bleiben — der Ölpreis als Gradmesser der Eskalation verdient in den kommenden Sitzungen besondere Aufmerksamkeit.
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