National Grid Aktie: Die Ausschüttung klettert
Die Ausschüttung steigt um 3,8 Prozent, während geringere Cashflow-Erwartungen und wachsende Finanzierungskosten den Spielraum beeinflussen.

Kurz zusammengefasst
- Zwischendividende steigt um 3,8 Prozent
- Auszahlung für Januar 2027 vorgesehen
- Cashflow-Wachstumserwartung auf 15 Prozent gesenkt
- Nettoschulden steigen auf 48,6 Milliarden Pfund
National Grid hat gestern eine höhere Zwischendividende für das Geschäftsjahr 2026/27 beschlossen. Je Stammaktie sollen 16,97 Pence fließen, ein Plus von 3,8 Prozent. Für Anleger steht damit die steigende Ausschüttung im Mittelpunkt. Ihre langfristige Tragfähigkeit hängt allerdings auch davon ab, wie sich der hohe Investitionsbedarf und der Schuldenanstieg mit dem operativen Mittelzufluss vereinbaren lassen.
Auszahlung im Januar geplant
Die Auszahlung ist für den 12. Januar 2027 vorgesehen. Anspruchsberechtigt sind Aktionäre, die am 20. November 2026 eingetragen sind. Der Ex-Dividenden-Tag für die Stammaktien ist der 19. November 2026.
Neben der Barausschüttung bietet National Grid eine Scrip-Alternative an. Die Dividendenpolitik sieht ein jährliches Wachstum je Aktie im Einklang mit dem britischen Verbraucherpreisindex einschließlich Wohnkosten, kurz CPIH, vor. Die Ausschüttungspolitik gibt damit eine inflationsbezogene Orientierung; für ihre finanzielle Tragfähigkeit bleibt die Entwicklung der verfügbaren Mittel entscheidend.
Für Anleger mit Fokus auf laufende Erträge spricht die angehobene Zwischendividende für National Grid, sofern der Konzern die Ausschüttungen neben seinem Investitionsprogramm dauerhaft finanzieren kann. Dafür lohnt der Blick auf die Entwicklung des Mittelzuflusses und die Erwartungen für das Gesamtjahr.
Cashflow wächst langsamer als erwartet
National Grid senkte die Erwartung für das Wachstum des operativen Cashflows von 20 Prozent auf 15 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026/27 stieg dieser Mittelzufluss auf 4,1 Milliarden Pfund.
Der operative Cashflow wächst also weiter. Die reduzierte Wachstumsannahme mahnt jedoch zur Vorsicht bei der Beurteilung des Finanzierungsspielraums, solange National Grid gleichzeitig hohe Beträge investiert. Für die Bewertung der Dividende zählt deshalb neben dem Ergebniswachstum auch die Fähigkeit, den Ausbau finanziell zu tragen.
Die Halbjahresinvestitionen erreichten 6,7 Milliarden Pfund. Für das Gesamtjahr erwartet National Grid rund 13,5 Milliarden Pfund. Bis zum Geschäftsjahr 2031 sieht der Konzern Investitionen von mindestens 70 Milliarden Pfund vor.
Finanzierung bleibt der Prüfstein
Das Ausbauprogramm bildet den Rahmen für die künftige Geschäftsentwicklung. Höhere Erlöse im britischen Stromtransport unter dem Regulierungsrahmen RIIO-T3 trugen bereits zum Gewinnwachstum bei. Für die Investitionsstrategie spricht dieser Ergebnisbeitrag, sofern zusätzliche Anlagen auch künftig entsprechende Erträge liefern.
Zugleich stiegen die Nettoschulden im Halbjahr um 4,5 Milliarden Pfund auf 48,6 Milliarden Pfund. Die Finanzierungskosten erhöhten sich um 6 Prozent.
Die höhere Zwischendividende ist damit ein konkreter Vorteil für Aktionäre. Für die weitere Ausschüttungsentwicklung wird entscheidend, ob wachsende operative Mittelzuflüsse den hohen Kapitalbedarf und die steigenden Finanzierungskosten ausreichend abfedern.
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