Nebius Aktie: 14,7 Millionen Dollar Insider-Verkäufe
Nebius verliert nach Nasdaq-100-Aufnahme fünf Tage in Folge. Insider verkaufen Aktien, während das operative Geschäft weiter wächst.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust von 13,7 Prozent in einer Woche
- 32 Insider-Verkäufe ohne Gegenkäufe
- Umsatzwachstum von 684 Prozent im ersten Quartal
- Investitionsplanung auf 25 Milliarden Dollar erhöht
Nach dem Allzeithoch folgte der Absturz. Nebius schloss die vergangene Woche mit einem Minus von 13,70 Prozent — fünf Verlusttage in Folge, die den Großteil der Kursgewinne rund um die Nasdaq-100-Aufnahme wieder aufgefressen haben.
Das klassische „Buy the Rumor, Sell the News“
Am 22. Juni trat Nebius in den Nasdaq-100 ein. Das trieb die Aktie auf ein Allzeithoch von 261,00 Euro. Passive Fonds und ETFs — darunter der Invesco QQQ — mussten die Aktie mechanisch kaufen. Mehr als 200 indexgebundene Produkte mit zusammen über 600 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen führten diese Pflichtankäufe aus.
Sobald dieser Kaufdruck nachließ, gab der Kurs scharf nach. Freitag schloss die Aktie bei 211,60 Euro — ein Tagesverlust von 6,18 Prozent. Trotz der Wochenschwäche liegt Nebius seit Jahresbeginn noch immer rund 177 Prozent im Plus.
Insider verkaufen, niemand kauft
Ein weiterer Belastungsfaktor: Insider haben die Kursrally konsequent zum Verkauf genutzt. In den vergangenen sechs Monaten gab es 32 Insidertransaktionen — ausnahmslos Verkäufe, null Käufe. Gesamtvolumen: rund 14,7 Millionen Dollar.
Direktorin Johanna Boynton trennte sich Mitte Juni von etwa 6.000 Aktien zu durchschnittlich 253 Dollar. CEO Arkady Volozh verkaufte ebenfalls. Den größten Anteil der Verkäufe hält der Chief Infrastructure Officer. Die Häufung nahe dem Allzeithoch dürfte risikobewusste Anleger aufhorchen lassen.
Operativ läuft das Geschäft
Die Kursschwäche ändert nichts am fundamentalen Bild. Im ersten Quartal 2026 erzielte Nebius einen Umsatz von 399 Millionen Dollar — ein Plus von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,11 Dollar. Analysten hatten einen Verlust von 0,78 Dollar erwartet. Das Kerngeschäft, die KI-Cloud, wuchs sogar um 841 Prozent auf 389,7 Millionen Dollar.
Das Auftragsbuch umfasst rund 46 Milliarden Dollar an mehrjährigen KI-Cloud-Verträgen. Darunter ein 27-Milliarden-Dollar-Kapazitätsdeal mit Meta und eine 17-Milliarden-Dollar-Umsatzvereinbarung mit Microsoft.
Kapitalausgaben steigen, Margen dürften kurz sinken
Nebius hat seine Investitionsplanung von 16–20 Milliarden auf 20–25 Milliarden Dollar angehoben. CFO Dado Alonso begründet das mit der Nachfrage, die für 2027 erwartet wird — nicht für das laufende Quartal. Der Großteil der neuen Kapazitäten geht erst in Q3 und Q4 ans Netz. Für Q2 warnt Alonso explizit vor einem vorübergehenden Margenrückgang.
Die Liquidität ist solide: Nebius verfügt über mehr als 9 Milliarden Dollar in der Kasse, gestützt durch Wandelanleihen und die Beteiligung von Nvidia.
Was die kommenden Wochen entscheiden
Wall Street bleibt gespalten. Citigroup, Goldman Sachs, Bank of America und Citizens JMP haben ihre Kursziele angehoben. Der Konsens liegt bei 280 Dollar. Kritischer Punkt auf der Gegenseite: die starke Abhängigkeit von wenigen Hyperscaler-Kunden.
Am 29. Juli legt Nebius die Q2-Zahlen vor. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 585 Millionen Dollar. Das Management hat selbst vor einem schwächeren Quartal gewarnt — die Messlatte für eine positive Überraschung liegt damit niedrig, das Enttäuschungspotenzial aber auch. Das KGV von knapp 76 lässt wenig Spielraum für Fehler. Der eigentliche Stresstest folgt in Q3, wenn Nebius die neu aufgebaute Kapazität hochfahren und in wiederkehrende Umsätze verwandeln muss.
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