Nebius Aktie: 27 Milliarden mit Meta

Trotz milliardenschwerer Verträge mit Meta und Microsoft sowie Kapazitätsausbau bricht die Nebius-Aktie ein. Der Markt zweifelt an der Umsetzungsgeschwindigkeit.

Eduard Altmann ·

Kurz zusammengefasst

  • Milliarden-Deals mit Meta und Microsoft
  • Kapazitätsziele auf vier Gigawatt erhöht
  • Drei Übernahmen im ersten Quartal 2026
  • Kurssturz von fast zwölf Prozent

Milliarden-Verträge mit Microsoft und Meta, eine Nvidia-Partnerschaft, drei Übernahmen in einem Quartal — und trotzdem ein Kurssturz von fast zwölf Prozent an einem einzigen Handelstag. Bei Nebius klaffen Wachstumsstory und Marktreaktion derzeit weit auseinander.

Hyperscaler setzen auf Nebius

Die Verträge haben eine Dimension, die aufhorchen lässt. Meta Platforms hat sich verpflichtet, über fünf Jahre bis zu 27 Milliarden Dollar bei Nebius abzunehmen. Microsoft kommt auf ein Vertragsvolumen von bis zu 19,4 Milliarden Dollar. Nvidia steht nicht nur als Lieferant dahinter, sondern auch als strategischer Investor mit einer milliardenschweren Beteiligung.

Parallel dazu hat Nebius seine Kapazitätsziele deutlich angehoben: Statt drei Gigawatt sollen bis Ende 2026 mehr als vier Gigawatt an kontrahierter Kapazität stehen. In Pennsylvania entsteht ein KI-Rechenzentrum mit 1,2 Gigawatt, in Independence, Missouri, wurde kürzlich ein weiteres Projekt mit einem Gigawatt angestoßen. Ein Rahmenvertrag mit Bloom Energy sichert zusätzlich 328 Megawatt über Brennstoffzellen — ein Deal mit einem Volumen von bis zu 2,6 Milliarden Dollar über drei Zehnjahresphasen.

Drei Übernahmen stärken den KI-Stack

Im ersten Quartal 2026 schloss Nebius drei Akquisitionen ab: Tavily, Eigen AI und Clarifai. Tavily bringt Echtzeit-Websuche in die Nebius-Cloudplattform, sodass KI-Agenten auf aktuelle Informationen zugreifen können. Eigen AI und Clarifai optimieren das sogenannte „Token Factory“-Angebot auf Modell- und Systemebene. Das Ziel dahinter ist klar: Nebius will nicht nur Rechenleistung verkaufen, sondern die gesamte KI-Wertschöpfungskette abdecken.

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Markt zweifelt an der Umsetzungsgeschwindigkeit

Trotz dieser Ankündigungen schloss die Aktie am Freitag bei 197,90 Euro — ein Tagesverlust von 11,45 Prozent. Marktbeobachter beschreiben die Reaktion als „Bewertungsschock“: Der Markt hinterfragt, wie schnell die angekündigten Kapazitäten tatsächlich in Betrieb gehen und wann sich das in Profitabilität niederschlägt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 136 Prozent — ein Hinweis darauf, dass solche Ausschläge bei Nebius keine Ausnahme sind.

Im größeren Bild bleibt die Performance beeindruckend. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 159 Prozent zugelegt, über zwölf Monate sogar fast 390 Prozent. Vom Allzeithoch bei 242,95 Euro, das erst am 2. Juni 2026 markiert wurde, ist der Kurs aktuell knapp 19 Prozent entfernt.

Das Kernproblem bleibt die Zeitachse. Verträge und Kapazitätsziele sind kommuniziert — die entscheidende Frage ist, ob Nebius die angekündigten Gigawatt bis Ende 2026 tatsächlich liefern kann. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, wie weit Ankündigung und Realität noch auseinanderliegen.

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Nebius Aktie

195,42 EUR

– 28,43 EUR -12,70 %
KGV 97,17
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 63,90 Mrd. EUR
ISIN: NL0009805522 WKN: A1JGSL

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