Nebius Aktie: 684 Prozent Umsatzwachstum in Q1
Die bevorstehende Indexaufnahme treibt den Kurs von Nebius. Pflichtkäufe von ETFs und Milliardeninvestments von Nvidia stützen die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Aufnahme in den Nasdaq-100 am 22. Juni
- Milliardenschwere Nvidia-Partnerschaft
- Umsatzsprung um 684 Prozent
- Insider verkaufen Aktienanteile
Montag wird Nebius in den Nasdaq-100 aufgenommen. Das allein reicht, um die Aktie in Bewegung zu halten — und erklärt einen Großteil der Rally der vergangenen Wochen.
Der Kurs stieg am Donnerstag auf 252,35 Euro, ein Plus von gut drei Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn hat sich die Aktie mehr als verdreifacht. Das 52-Wochen-Hoch von 259,50 Euro erreichte sie noch heute früh.
Pflichtkäufe als Kurstreiber
Die Aufnahme in den Nasdaq-100 zum 22. Juni löst automatisch Käufe aus. Mehr als 200 ETFs und institutionelle Portfolios mit zusammen über 800 Milliarden Dollar spiegeln den Index. Sie alle müssen Nebius-Aktien kaufen — unabhängig von ihrer eigenen Einschätzung des Unternehmens. Marktakteure positionieren sich bereits jetzt davor.
Das schafft kurzfristig Nachfrage. Wie stark dieser Effekt nachwirkt, hängt davon ab, was das Unternehmen danach liefert.
Milliardendeal und Nvidia-Partnerschaft
Nebius baut sein KI-Infrastrukturgeschäft aggressiv aus. Am 10. Juni schloss das Unternehmen die Übernahme von Eigen AI für 643 Millionen Dollar ab. Der Deal soll die KI-Inferenzplattform stärken und einen Entwicklungsstandort im Silicon Valley etablieren.
Nvidia investiert zwei Milliarden Dollar in das Unternehmen — angekündigt im März 2026. Das Ziel ist eine gemeinsame KI-Cloud-Plattform der nächsten Generation. Hinzu kommt ein potenzieller Vertrag mit Meta über bis zu 27 Milliarden Dollar bis 2027 sowie eine Kapazitätsvereinbarung mit dem britischen Rechenzentrumsanbieter Kao Data über 22 Megawatt.
Die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 spiegeln das Wachstumstempo wider: Der Umsatz erreichte 399 Millionen Dollar — ein Plus von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust lag bei 100,3 Millionen Dollar.
Technische Warnsignale und Insider-Verkäufe
Der RSI liegt bei 70,3 — das klassische Überkauft-Territorium. Die Aktie notiert knapp 48 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. BofA Securities hob das Kursziel zuletzt auf 280 Dollar an, was dem aktuellen Kursniveau in Euro ungefähr entspricht.
Auffällig: Mehrere Insider haben in den vergangenen 30 Tagen Aktien verkauft. Direktor John Wilson IV Boynton trennte sich am 15. Juni von knapp 5.800 Aktien zu rund 253 Dollar. Auch der Technologievorstand und der Chefjurist haben zuletzt Anteile abgegeben — allesamt im Rahmen geplanter Handelspläne.
Institutionell bleibt das Bild gemischt. Armistice Capital stockte seinen Anteil Ende 2025 um gut ein Viertel auf. Das Kapitalausgabenprogramm für 2026 liegt bei 20 bis 25 Milliarden Dollar — eine Größenordnung, die das Unternehmen auf Jahre hinaus finanziell beanspruchen wird. Bis 2030 plant Nebius mehr als fünf Gigawatt Supercomputing-Kapazität, verteilt auf Rechenzentren in Finnland, Frankreich und Großbritannien.
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