Die Aktie der Nebius Group geriet am Freitag massiv unter Druck und verlor über 13 Prozent an Wert. Auslöser war jedoch keine unternehmenseigene Hiobsbotschaft, sondern die enttäuschenden Quartalszahlen des Konkurrenten CoreWeave. Marktteilnehmer stellen sich nun die Frage: Ist das eine überzogene Reaktion auf Sektorschwäche oder ein Warnsignal für die kostspielige Expansion der KI-Infrastruktur?
Sektor in Sippenhaft
Der Kurssturz am Freitag verdeutlichte die Nervosität im Neocloud-Sektor. Die Nebius-Aktie fiel im Handelsverlauf auf ein Tief von 88,40 US-Dollar und schloss mit einem Minus von 13,1 Prozent bei 91,19 US-Dollar. Das Handelsvolumen lag mit rund 22,8 Millionen Aktien 68 Prozent über dem Tagesdurchschnitt, was auf einen erheblichen Abgabedruck hindeutet.
Verantwortlich für den Abverkauf waren primär Sorgen um die gesamte Branche. Nachdem der Wettbewerber CoreWeave schwache Ergebnisse vorgelegt hatte, bestraften Anleger auch Nebius. Da der Markt für spezialisierte KI-Cloud-Dienste noch jung ist, neigen die Aktien dieser Unternehmen dazu, sich im Gleichschritt zu bewegen. Investoren bewerten derzeit neu, wie schnell die massiven Investitionen in Rechenzentren tatsächlich in profitable Umsätze umgewandelt werden können.
Wachstum trifft auf hohe Kosten
Die Skepsis der Anleger hatte sich bereits im Vorfeld aufgebaut. Zwar meldete Nebius für das vierte Quartal 2025 einen massiven Umsatzsprung von 547 Prozent im Jahresvergleich auf 227,7 Millionen US-Dollar, verfehlte damit jedoch die Konsensschätzungen von 246 Millionen US-Dollar. Auch der Verlust pro Aktie fiel mit 0,69 US-Dollar höher aus als die erwarteten 0,42 US-Dollar.
Dennoch gab es Lichtblicke bei der Profitabilität: Die EBITDA-Marge im Kerngeschäft stieg auf 24 Prozent, und das Unternehmen erzielte erstmals ein positives bereinigtes EBITDA. Gleichzeitig verdeutlichten die Investitionsausgaben (CapEx) von 2,06 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal den enormen Kapitalbedarf des Geschäftsmodells.
Milliarden-Auftragsbestand als Absicherung
Trotz der kurzfristigen Turbulenzen startet Nebius mit einer soliden Basis in das Jahr 2026. Der vertraglich gesicherte Auftragsbestand beläuft sich auf über 20 Milliarden US-Dollar. Dazu gehören ein Fünfjahresvertrag mit Meta über 3 Milliarden US-Dollar sowie eine Vereinbarung mit Microsoft im Wert von über 19 Milliarden US-Dollar.
Das Management betonte, dass sich die Anzahl der Verträge mit Laufzeiten von über zwölf Monaten fast verdoppelt hat. Zudem konnte der durchschnittliche Verkaufspreis um mehr als 50 Prozent gesteigert werden. Flankiert wird diese Entwicklung durch eine Finanzierung von Nvidia in Höhe von 700 Millionen US-Dollar, die Nebius Zugang zu GPU-Chips zu Vorzugskonditionen sichert. Strategisch erweiterte das Unternehmen sein Portfolio zudem am 10. Februar durch die 400 Millionen US-Dollar schwere Übernahme des Suchanbieters Tavily, um sich breiter als KI-Plattform aufzustellen.
Ausblick: Ehrgeizige Ziele für 2026
Für das laufende Geschäftsjahr hat sich Nebius aggressive Ziele gesetzt. Der Umsatz soll auf 3,0 bis 3,4 Milliarden US-Dollar steigen, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 40 Prozent. Um dies zu erreichen, plant das Unternehmen Investitionen zwischen 16 und 20 Milliarden US-Dollar. Rund 60 Prozent der benötigten Mittel sind laut Unternehmensangaben bereits gesichert, unter anderem durch Kundenvorauszahlungen in Höhe von 830 Millionen US-Dollar im vierten Quartal.
Die entscheidende Bewährungsprobe für die Aktie wird die operative Umsetzung dieser Pläne sein. Analysten erwarten für 2026 im Schnitt ein Umsatzwachstum von 531 Prozent. Konkrete Hinweise auf den Fortschritt erhalten Anleger am 29. April, wenn Nebius die Ergebnisse für das erste Quartal präsentiert.
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