Nebius Aktie: Alarmzeichen übersehen?

Die Aktie der Nebius Group verlor über 13 Prozent, nachdem ein Wettbewerber enttäuschte. Das Unternehmen selbst meldet ein starkes Umsatzwachstum, aber hohe Verluste und Investitionen.

Felix Baarz ·
Nebius Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursverlust von 13,1 Prozent nach Sektor-Schwäche
  • Umsatzwachstum von 547 Prozent im vierten Quartal
  • Vertragsbestand von über 20 Milliarden US-Dollar
  • Ehrgeizige Umsatzziele für das Jahr 2026

Die Aktie der Nebius Group geriet am Freitag massiv unter Druck und verlor über 13 Prozent an Wert. Auslöser war jedoch keine unternehmenseigene Hiobsbotschaft, sondern die enttäuschenden Quartalszahlen des Konkurrenten CoreWeave. Marktteilnehmer stellen sich nun die Frage: Ist das eine überzogene Reaktion auf Sektorschwäche oder ein Warnsignal für die kostspielige Expansion der KI-Infrastruktur?

Sektor in Sippenhaft

Der Kurssturz am Freitag verdeutlichte die Nervosität im Neocloud-Sektor. Die Nebius-Aktie fiel im Handelsverlauf auf ein Tief von 88,40 US-Dollar und schloss mit einem Minus von 13,1 Prozent bei 91,19 US-Dollar. Das Handelsvolumen lag mit rund 22,8 Millionen Aktien 68 Prozent über dem Tagesdurchschnitt, was auf einen erheblichen Abgabedruck hindeutet.

Verantwortlich für den Abverkauf waren primär Sorgen um die gesamte Branche. Nachdem der Wettbewerber CoreWeave schwache Ergebnisse vorgelegt hatte, bestraften Anleger auch Nebius. Da der Markt für spezialisierte KI-Cloud-Dienste noch jung ist, neigen die Aktien dieser Unternehmen dazu, sich im Gleichschritt zu bewegen. Investoren bewerten derzeit neu, wie schnell die massiven Investitionen in Rechenzentren tatsächlich in profitable Umsätze umgewandelt werden können.

Wachstum trifft auf hohe Kosten

Die Skepsis der Anleger hatte sich bereits im Vorfeld aufgebaut. Zwar meldete Nebius für das vierte Quartal 2025 einen massiven Umsatzsprung von 547 Prozent im Jahresvergleich auf 227,7 Millionen US-Dollar, verfehlte damit jedoch die Konsensschätzungen von 246 Millionen US-Dollar. Auch der Verlust pro Aktie fiel mit 0,69 US-Dollar höher aus als die erwarteten 0,42 US-Dollar.

Dennoch gab es Lichtblicke bei der Profitabilität: Die EBITDA-Marge im Kerngeschäft stieg auf 24 Prozent, und das Unternehmen erzielte erstmals ein positives bereinigtes EBITDA. Gleichzeitig verdeutlichten die Investitionsausgaben (CapEx) von 2,06 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal den enormen Kapitalbedarf des Geschäftsmodells.

Milliarden-Auftragsbestand als Absicherung

Trotz der kurzfristigen Turbulenzen startet Nebius mit einer soliden Basis in das Jahr 2026. Der vertraglich gesicherte Auftragsbestand beläuft sich auf über 20 Milliarden US-Dollar. Dazu gehören ein Fünfjahresvertrag mit Meta über 3 Milliarden US-Dollar sowie eine Vereinbarung mit Microsoft im Wert von über 19 Milliarden US-Dollar.

Das Management betonte, dass sich die Anzahl der Verträge mit Laufzeiten von über zwölf Monaten fast verdoppelt hat. Zudem konnte der durchschnittliche Verkaufspreis um mehr als 50 Prozent gesteigert werden. Flankiert wird diese Entwicklung durch eine Finanzierung von Nvidia in Höhe von 700 Millionen US-Dollar, die Nebius Zugang zu GPU-Chips zu Vorzugskonditionen sichert. Strategisch erweiterte das Unternehmen sein Portfolio zudem am 10. Februar durch die 400 Millionen US-Dollar schwere Übernahme des Suchanbieters Tavily, um sich breiter als KI-Plattform aufzustellen.

Ausblick: Ehrgeizige Ziele für 2026

Für das laufende Geschäftsjahr hat sich Nebius aggressive Ziele gesetzt. Der Umsatz soll auf 3,0 bis 3,4 Milliarden US-Dollar steigen, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 40 Prozent. Um dies zu erreichen, plant das Unternehmen Investitionen zwischen 16 und 20 Milliarden US-Dollar. Rund 60 Prozent der benötigten Mittel sind laut Unternehmensangaben bereits gesichert, unter anderem durch Kundenvorauszahlungen in Höhe von 830 Millionen US-Dollar im vierten Quartal.

Die entscheidende Bewährungsprobe für die Aktie wird die operative Umsetzung dieser Pläne sein. Analysten erwarten für 2026 im Schnitt ein Umsatzwachstum von 531 Prozent. Konkrete Hinweise auf den Fortschritt erhalten Anleger am 29. April, wenn Nebius die Ergebnisse für das erste Quartal präsentiert.

Anzeige

Nebius-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nebius-Analyse vom 1. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Nebius-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nebius-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nebius: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Nebius Aktie

230,00 EUR

– 17,70 EUR -7,15 %
KGV 100,83
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 66,31 Mrd. EUR
ISIN: NL0009805522 WKN: A1JGSL

Community Forum zu Nebius

Ähnliche Artikel

BMW Aktie: Streubesitz steigt um 19 Prozent

BMW Aktie: Streubesitz steigt um 19 Prozent

Dividenden ·
Silber Preis: 46,3 Millionen Unzen Defizit

Silber Preis: 46,3 Millionen Unzen Defizit

Gold & Edelmetalle ·
Semperit Aktie: Ziel von 1 Milliarde Euro Umsatz

Semperit Aktie: Ziel von 1 Milliarde Euro Umsatz

Industrie ·
Abivax Aktie: Frisches Kapital für US-Start

Abivax Aktie: Frisches Kapital für US-Start

IPOs ·
Bitcoin: 4,5 Milliarden Dollar ETF-Abflüsse

Bitcoin: 4,5 Milliarden Dollar ETF-Abflüsse

Bitcoin ·

Weitere Artikel zu Nebius

Alle Artikel anzeigen
Nebius Aktie: 7,41 Prozent Sprung auf Meta-Deal

Nebius Aktie: 7,41 Prozent Sprung auf Meta-Deal

KI & Quantencomputing ·
Nebius Aktie: 350 Prozent in zwölf Monaten

Nebius Aktie: 350 Prozent in zwölf Monaten

KI & Quantencomputing ·
Nebius Aktie: 14,7 Millionen Dollar Insider-Verkäufe

Nebius Aktie: 14,7 Millionen Dollar Insider-Verkäufe

Nasdaq ·
Nebius Aktie: 25 Prozent in 30 Tagen

Nebius Aktie: 25 Prozent in 30 Tagen

Nasdaq ·
Nebius Aktie: 6,4 Prozent Rutsch nach Nasdaq-Debüt

Nebius Aktie: 6,4 Prozent Rutsch nach Nasdaq-Debüt

Nasdaq ·