Nebius Aktie: Ein ungewisses Terrain?
Nebius wächst schneller, trägt aber hohe Schulden. CoreWeave ist größer und schuldenärmer. Die Analyse zeigt die Unterschiede.

Kurz zusammengefasst
- Nebius mit 523 Prozent Umsatzplus erwartet
- CoreWeave wächst langsamer, aber stabiler
- Nebius Schulden steigen auf 8,3 Milliarden Dollar
- GPU-Preise steigen und stützen beide Firmen
Metas 48-Milliarden-Dollar-Verpflichtung gegenüber zwei Neocloud-Anbietern hat eine Frage in den Vordergrund gerückt, die Investoren seit Wochen beschäftigt: Welches Unternehmen bietet das bessere Risiko-Rendite-Profil — das schneller wachsende, aber hochverschuldete Nebius oder das größere, schuldenärmere CoreWeave?
Wachstum: Nebius vorn, CoreWeave größer
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. CoreWeave erzielt derzeit den zehnfachen Jahresumsatz von Nebius — wächst aber langsamer. Analysten erwarten für CoreWeave ein Umsatzwachstum von 143 Prozent im Jahr 2026 und 89 Prozent im Jahr 2027.
Nebius legt prozentual deutlich stärker zu. Der Analystenkonsens rechnet mit 523 Prozent Umsatzwachstum in 2026 und 206 Prozent in 2027. Das würde den Umsatz von 530 Millionen Dollar Ende 2025 auf rund 10 Milliarden Dollar Ende 2027 katapultieren. Das Management selbst peilt für Ende 2026 eine annualisierte Umsatzrate zwischen 7 und 9 Milliarden Dollar an.
Unterschiedliche Modelle, unterschiedliche Risiken
Beide Unternehmen bauen Rechenzentrumskapazitäten für KI-Workloads auf — aber mit unterschiedlichem Ansatz. CoreWeave konzentriert sich auf die Bereitstellung von GPU-Rechenleistung für bestehende KI-Infrastrukturen. Nebius verfolgt einen Full-Stack-Ansatz: Kunden erhalten alles aus einer Hand, von der Rechenleistung bis zur Entwicklungsumgebung.
Das klingt nach Vorteil für Nebius. Der Preis dafür ist ein aggressiverer Kapitalbedarf.
Schulden und Verwässerung als Kernrisiko
Nebius hat im März nach dem Abschluss des Meta-Deals Schulden in Höhe von 8,3 Milliarden Dollar aufgenommen — mehr als eine Verdreifachung der Verbindlichkeiten gegenüber Ende 2025. Der Nettoverlust lag im vergangenen Jahr bei 447 Millionen Dollar, 87 Prozent mehr als 2024. Für 2026 plant Nebius Investitionsausgaben zwischen 16 und 20 Milliarden Dollar.
CoreWeave verlor 1,2 Milliarden Dollar, 35 Prozent mehr als im Vorjahr — absolut mehr, relativ moderater. Hinzu kommt das Risiko weiterer Aktienverkäufe bei Nebius, die bestehende Aktionäre verwässern könnten.
GPU-Preise als struktureller Rückenwind
Ein Faktor spielt beiden Unternehmen in die Karten: Der Mietpreis für Nvidias B200-GPUs stieg im März 2026 um 24 Prozent auf durchschnittlich 5,09 Dollar pro Stunde — eine Trendwende nach dem Preisverfall zu Jahresbeginn. B200- und GB200-Hardware ist bis Mitte 2026 ausverkauft, Nvidia sitzt auf einem Auftragsrückstand von rund 3,6 Millionen Einheiten.
Bewertung: Wo die Debatte unbequem wird
Nebius‘ Enterprise Value liegt bei etwa der Hälfte von CoreWeaves — obwohl CoreWeave in diesem Jahr voraussichtlich fast viermal so viel Umsatz erzielen wird. Das implizite Bewertungspremium für Nebius lässt sich nur rechtfertigen, wenn das Unternehmen seinen Auftragsbestand tatsächlich in Umsatz verwandelt und die Rechenzentrumskapazität von 170 Megawatt Ende 2025 auf 800 Megawatt bis 1 Gigawatt bis Jahresende skaliert. Das Management hat für 2026 einen Umsatz von 3 bis 3,4 Milliarden Dollar und eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 40 Prozent in Aussicht gestellt.
Alger Capital hob Nebius im Investorenbrief zum ersten Quartal 2026 als bemerkenswerten Beitrag hervor — und verwies auf das erstmals positive bereinigte Konzernergebnis als Meilenstein. Ob das die Ausgangsbasis für eine nachhaltige Profitabilität ist oder ein Ausreißer bleibt, entscheidet sich mit den nächsten Quartalszahlen.
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