Nebius Aktie: Hoffnungsvolle Fortschritte

Der Stadtrat von Independence, Missouri, stimmte einstimmig für den Bau der ersten US-Gigawatt-Fabrik von Nebius. Die Aktie reagierte mit einem Kursanstieg von über 12 Prozent.

Kurz zusammengefasst:
  • Einstimmige Genehmigung für größtes US-Rechenzentrum
  • Aktienkurs steigt um mehr als 12 Prozent
  • Massive Aufträge von Meta und Microsoft
  • Umsatzprognose für 2026 bei 3 bis 3,4 Mrd. USD

Nebius sichert sich die Genehmigung für seine erste Gigawatt-AI-Fabrik in Independence, Missouri – und die Aktie schießt nach oben. Der Stadtrat votierte einstimmig für den Bau des größten US-Rechenzentrums des Unternehmens. Kapazität: bis zu 1,2 Gigawatt auf rund 160 Hektar Fläche.

Das Projekt ist gewaltig. 1.200 Baujobs sollen entstehen, 130 permanente High-Tech-Stellen nach Fertigstellung. Über 20 Jahre hinweg fließen mehr als 650 Millionen Dollar an die Stadt und lokale Schulbezirke. Die Stromlieferung startet in der zweiten Jahreshälfte 2026, der volle Ausbau zieht sich möglicherweise bis 2029.

Nebius

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Starke Marktreaktion

Am gestrigen Mittwoch kletterte die Nebius-Aktie um 12,34 Prozent. Der Markt honoriert die Fähigkeit des Unternehmens, knappe Stromkapazitäten zu sichern – ein zentraler Engpass in der AI-Infrastruktur-Branche. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate schwankte der Kurs zwischen 18,31 und 141,10 Dollar.

Die Missouri-Genehmigung folgt auf einen beeindruckenden Quartalsbericht. Im vierten Quartal 2025 steigerte Nebius den Umsatz um 547 Prozent auf 227,7 Millionen Dollar. Der Konzernverlust je Aktie lag bei 68 Cent – besser als die erwarteten 1,14 Dollar. Die AI-Cloud-Sparte wuchs um über 800 Prozent und steuerte 94 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

20-Milliarden-Dollar-Auftragsbuch

Das Vertrauen der Investoren speist sich vor allem aus dem massiven Auftragsbestand. Nebius hält einen Fünfjahresvertrag mit Meta über drei Milliarden Dollar sowie einen Microsoft-Deal im Volumen von über 19 Milliarden Dollar. Die erste Lieferung an Microsoft erfolgte termingerecht im November 2025.

Für 2026 peilt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 3,0 und 3,4 Milliarden Dollar an. Der wiederkehrende Jahresumsatz soll auf 7 bis 9 Milliarden Dollar steigen, die bereinigte EBITDA-Marge auf 40 Prozent klettern. Die Anzahl aktiver Rechenzentren wird von sieben auf 16 ausgebaut, die Kapazität von 170 Megawatt auf bis zu ein Gigawatt erhöht.

Hohe Investitionen, späte Erträge

Die Kehrseite: Geplante Investitionsausgaben von 16 bis 20 Milliarden Dollar allein in diesem Jahr. Rund 60 Prozent der Finanzierung stehen laut Nebius bereits. Doch das Missouri-Projekt verschlingt gewaltige Summen, während Baufristen ins Rutschen geraten können. Umsatzbeiträge sind frühestens 2027 realistisch.

Trotz explosiven Wachstums bleibt Nebius defizitär. 2025 wuchs der Umsatz um 479 Prozent auf 530 Millionen Dollar, der bereinigte Verlust stieg um 87 Prozent auf 447 Millionen Dollar.

Der Missouri-Beschluss stärkt Nebius als unabhängigen Neocloud-Anbieter mit dedizierten AI-Infrastrukturen. Entscheidend bleibt nun die Umsetzung: Ob das Unternehmen den Kapazitätsausbau termingerecht liefert und den Auftragsbestand effizient in Umsatz verwandelt. Die Genehmigung ist ein Meilenstein – der Weg zur operativen Gigawatt-Anlage die eigentliche Bewährungsprobe.

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