Die Nebius-Aktie brach am Freitag um 9 Prozent ein. Grund war eine neue Zoll-Ankündigung von US-Präsident Trump, die den gesamten AI-Infrastruktur-Sektor unter Druck setzte. Der Kursrutsch löschte einen Großteil der Rally aus, die das Papier nach den Q4-Zahlen und positiven Analystenstimmen aufgebaut hatte.
Neocloud-Branche unter Beschuss
Nebius stand mit dem Abverkauf nicht allein da. Auch die Wettbewerber CoreWeave und Iren gaben deutlich nach. Auslöser war Trumps Ankündigung eines neuen globalen Zolls von 10 Prozent, nachdem der Supreme Court frühere Zölle unter dem Emergency Economic Powers Act gekippt hatte.
Für AI-Chips gilt bereits ein separater Zoll von 25 Prozent nach Section 232 des Trade Expansion Act. Diese Belastung bleibt bestehen. Für Unternehmen wie Nebius, die massiv in NVIDIA-GPUs für ihre Rechenzentren investieren, verschärft sich damit die Kostensituation in einem ohnehin kapitalintensiven Geschäft.
Die Aktie schloss bei 97,92 Dollar, nach 107,61 Dollar am Vortag. Das Handelsvolumen sprang auf rund 17,2 Millionen Aktien – deutlich über dem Durchschnitt von 13,4 Millionen.
Momentum nach Zahlen gestoppt
Der Einbruch folgte auf eine ereignisreiche Woche. Am 12. Februar hatte Nebius Zahlen für Q4 2025 vorgelegt: Der Umsatz stieg um 547 Prozent auf 227,7 Millionen Dollar, verfehlte aber die Konsensschätzung von etwa 246 Millionen Dollar. Auch beim Gewinn je Aktie blieben die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück.
Trotzdem legte die Aktie in den Folgetagen zu. Investoren konzentrierten sich auf die Zukunftskennzahlen. Die aktive Stromkapazität erreichte zum Jahresende 170 Megawatt, der annualisierte wiederkehrende Umsatz kletterte um 127 Prozent auf 1,25 Milliarden Dollar.
Ehrgeizige Ziele für 2026
Das Management bestätigte die Umsatzprognose für 2026 von 3,0 bis 3,4 Milliarden Dollar. Bis Ende 2026 soll der annualisierte Umsatz auf 7 bis 9 Milliarden Dollar steigen. Die vertraglich gesicherte Stromkapazität wurde von über 2,5 Gigawatt auf mehr als 3 Gigawatt angehoben. Die verfügbare Rechenzentrumskapazität soll bis Jahresende zwischen 800 Megawatt und 1 Gigawatt erreichen.
Für 2026 plant Nebius Investitionen von 16 bis 20 Milliarden Dollar, etwa 60 Prozent davon sind bereits finanziert. Neun neue Rechenzentrumsstandorte in den USA, Frankreich, Israel und Großbritannien wurden angekündigt.
Analystenaktivität nimmt zu
In der Woche vor dem Kursrückgang häuften sich die Analystenstimmen. Compass Point startete am 18. Februar mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 150 Dollar. BWS Financial bekräftigte ebenfalls sein Buy-Rating.
Regulierungsunterlagen zeigten, dass BlackRock eine bedeutende Position aufgebaut hat. Auch GF Fund Management und CIBC World Markets stockten auf. Morgan Stanley blieb nach der Plattform-Einführung von NVIDIA vorsichtiger gestimmt.
Tavily-Übernahme ergänzt Portfolio
Am 10. Februar gab Nebius die Übernahme von Tavily bekannt, einem Anbieter von Agentic Search, für 275 Millionen Dollar. Der Deal bringt Echtzeit-Web-Such-Funktionen in die AI-Cloud-Plattform von Nebius. Das Tavily-Team um Gründer Rotem Weiss wird zu Nebius wechseln.
Die Fakten im Überblick
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Schlusskurs (20. Feb) | 97,92 USD |
| Tagesveränderung | -9,00% |
| Marktkapitalisierung | ~24,7 Mrd. USD |
| Q4 2025 Umsatz | 227,7 Mio. USD (+547% YoY) |
| Umsatzprognose 2026 | 3,0–3,4 Mrd. USD |
| ARR-Ziel 2026 | 7–9 Mrd. USD |
| Geplante Investitionen 2026 | 16–20 Mrd. USD |
| Nächster Quartalsbericht | 29. April 2026 |
Die Aktie liegt per 20. Februar trotz des Rückschlags etwa 17 Prozent im Plus seit Jahresbeginn. Die Kluft zwischen dem aggressiven Kapazitätsausbau und der aktuellen Profitabilität spaltet weiterhin die Marktteilnehmer. Bis zur nächsten Vorlage Ende April dürften die Zollpolitik und die allgemeine Ausgabenbereitschaft im AI-Sektor die Kursbewegungen bestimmen.
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