Nebius Aktie: Pennsylvania-Anlage auf 1,2 Gigawatt

Nebius sichert sich in Pennsylvania Land und Strom für ein 1,2-Gigawatt-Rechenzentrum und treibt damit seine KI-Infrastruktur-Expansion in den USA massiv voran.

Eduard Altmann ·
Nebius Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Neuer Standort in Pennsylvania geplant
  • Stromkapazität auf 3,5 Gigawatt gestiegen
  • Umsatzwachstum von 684 Prozent
  • Meta und Microsoft als Großkunden

Nebius zieht beim Ausbau seiner KI-Infrastruktur in den USA das Tempo an. In Pennsylvania hat das Unternehmen Land und Stromkapazitäten für eine neue Anlage gesichert. Am Ende soll der Standort auf 1,2 Gigawatt kommen. Das ist groß genug, um die Wachstumsstory neu zu gewichten.

Pennsylvania wird zum nächsten Großprojekt

Der neue Standort ist das zweite Gigawatt-Projekt von Nebius in den USA. Er trifft einen Markt, in dem Rechenleistung zum Engpass für KI-Modelle geworden ist. Wer Strom, Flächen und Chips früh sichert, kann große Kunden langfristig binden.

Bis Ende 2027 will Nebius zunächst 250 bis 350 Megawatt nutzbar machen. Das reicht noch nicht für die volle Größe. Es schafft aber einen klaren Startpunkt für den Hochlauf.

Die vertraglich gesicherte Stromkapazität liegt inzwischen bei mehr als 3,5 Gigawatt. Ende 2025 waren es noch 2 Gigawatt. Der Sprung zeigt, wie aggressiv Nebius seine Infrastruktur ausbaut.

Das Ziel liegt bei mehr als 4 Gigawatt bis Ende 2026. Rund 75 Prozent der Anlagen sollen sich direkt im Eigentum des Unternehmens befinden. Damit bindet Nebius zwar viel Kapital, gewinnt aber mehr Kontrolle über kritische Infrastruktur.

Hohe Investitionen, starkes Umsatzwachstum

Der Ausbau hat seinen Preis. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Investitionen auf 2,47 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 355 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das ist die finanzielle Kehrseite der KI-Nachfrage. Nebius kauft sich nicht nur Wachstum ein. Das Unternehmen muss Kapazitäten schaffen, bevor die erwarteten Erlöse vollständig fließen.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Nebius nun mit Investitionen von 20 bis 25 Milliarden US-Dollar. Damit rückt die Kapitaldisziplin stärker in den Blick. Die Nachfrage ist hoch, aber die Vorleistungen sind enorm.

Operativ liefert der Ausbau bereits sichtbare Effekte. Der Umsatz erreichte im ersten Quartal 399 Millionen US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg von 684 Prozent.

Das KI-Cloud-Geschäft steuerte 389,7 Millionen US-Dollar bei. In diesem Segment lag das Wachstum bei 841 Prozent. Kein Wunder, dass der Markt vor allem auf den Tempoeffekt schaut.

Auch beim Ergebnis dreht sich das Bild. Das bereinigte EBITDA lag bei 129,5 Millionen US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Nebius noch einen Verlust von 53,7 Millionen US-Dollar verbucht.

Großkunden stützen die Planung

Der Auftragsbestand liegt bei rund 50 Milliarden US-Dollar. Dazu zählt ein Vertrag mit Meta über 27 Milliarden US-Dollar und eine Laufzeit von fünf Jahren. Der Vertrag enthält feste Zusagen und flexible Optionen.

Microsoft bleibt ebenfalls ein wichtiger Baustein. Der laufende Fünfjahresvertrag hat ein Volumen von 17,4 Milliarden US-Dollar. Solche Abkommen geben Nebius mehr Sichtbarkeit bei künftigen Erlösen.

Auch Nvidia spielt eine zentrale Rolle. Der Chipkonzern hält eine strategische Beteiligung von 2 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anteil von 8,3 Prozent und hilft beim Zugang zu knapper KI-Hardware.

Für 2026 peilt Nebius einen Umsatz von 3 bis 3,4 Milliarden US-Dollar an. Der jährlich wiederkehrende Umsatz soll bis Jahresende auf 7 bis 9 Milliarden US-Dollar steigen.

Citizens JMP sieht das Kursziel bei 270 US-Dollar. DA Davidson kommt auf 250 US-Dollar, Bank of America auf 205 US-Dollar. Der Markt bewertet damit weniger den aktuellen Cashflow als den schnellen Aufbau nutzbarer Stromkapazität.

Die Messlatte ist klar: Nebius muss aus den gesicherten Gigawatt echte Rechenleistung machen, ohne die Bilanz zu überdehnen. Bis Ende 2027 rückt Pennsylvania dabei zum zentralen Test für die US-Expansion auf.

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Sektor Kommunikationsdienste
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