Der Neocloud-Sektor erlebte am Freitag ein Blutbad, das auch die Nebius Group schwer traf. Doch der massive Kursrutsch von fast 15 Prozent basierte nicht auf hausgemachten Problemen, sondern auf den enttäuschenden Zahlen des Konkurrenten CoreWeave. Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher fragen sich Marktteilnehmer nun: Ist dieser Abverkauf eine überzogene Panikreaktion oder ein notwendiger Realitätscheck für die gesamte Branche?
Im Sog der Konkurrenz
Die Aktien der Nebius Group gerieten gestern massiv unter die Räder und schlossen mit einem Minus von rund 15 Prozent bei 90,87 US-Dollar. Auslöser war der Quartalsbericht des Rivalen CoreWeave, der die hohen Erwartungen des Marktes verfehlte. Da es sich bei AI-Cloud-Anbietern um einen jungen, volatilen Sektor handelt, tendieren die Kurse dazu, im Gleichschritt zu marschieren – unabhängig von der individuellen Performance.
Das Handelsvolumen unterstrich die Nervosität: Mit fast 23 Millionen gehandelten Aktien lag der Umsatz deutlich über dem Durchschnitt von 13,7 Millionen. Anleger warfen ihre Papiere auf den Markt, obwohl es keine unternehmensspezifischen Hiobsbotschaften gab.
Licht und Schatten bei den Zahlen
Die jüngste Nervosität trifft auf eine gemischte Bilanz aus dem eigenen Haus. Die am 12. Februar veröffentlichten Zahlen für das vierte Quartal 2025 zeigten zwar ein explosives Wachstum, verfehlten aber die Konsensschätzungen. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um spektakuläre 547 Prozent auf 227,7 Millionen US-Dollar, blieb damit aber unter den erwarteten 246 Millionen US-Dollar.
Positiv vermerkten Analysten jedoch das Erreichen der Profitabilitätsschwelle auf EBITDA-Basis. Im Cloud-Geschäft, das um 830 Prozent zulegte, verbesserte sich die Marge deutlich auf 24 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 stellt das Management nun einen Umsatzsprung auf 3,0 bis 3,4 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
20-Milliarden-Backlog als Fundament
Trotz der aktuellen Kurskapriolen verfügt Nebius über ein Argument, das Bären das Leben schwer macht: einen gesicherten Auftragsbestand von über 20 Milliarden US-Dollar. Allein die Verträge mit den Tech-Giganten Meta (3 Milliarden US-Dollar) und Microsoft (über 19 Milliarden US-Dollar) sichern Einnahmen über die nächsten fünf Jahre.
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Das Management betonte zuletzt, dass sich die Anzahl der langfristigen Verträge fast verdoppelt hat. Zudem konnten die Durchschnittspreise um mehr als 50 Prozent gesteigert werden. Kundenanzahlungen in Höhe von 830 Millionen US-Dollar im vierten Quartal geben dem Unternehmen zudem finanziellen Spielraum für den aggressiven Ausbau der Infrastruktur.
Hohe Kosten und aggressive Leerverkäufer
Der Ausbau der Rechenzentren verschlingt jedoch gewaltige Summen. Für 2026 plant Nebius Investitionsausgaben (CapEx) zwischen 16 und 20 Milliarden US-Dollar. Ziel ist es, die Kapazität bis Jahresende auf bis zu ein Gigawatt zu steigern – unter anderem durch einen neuen Standort in Frankreich.
Diese gigantischen Kosten und die wachsende Konkurrenz durch Player wie IREN oder TeraWulf rufen Skeptiker auf den Plan. Die Leerverkaufsquote (Short Interest) ist auf 17 Prozent gesprungen. Kritiker bemängeln das Fehlen eines dauerhaften Wettbewerbsvorteils („Moat“) in einem Markt, in dem Hardware schnell veraltet und ständig ersetzt werden muss.
Blick nach vorn
Für Anleger verschiebt sich der Fokus nun vollständig auf die Umsetzung der ambitionierten Pläne. Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob die Nachfrage existiert, sondern ob Nebius die physische Infrastruktur schnell und effizient genug bereitstellen kann, um den riesigen Auftragsbestand abzuarbeiten.
Der nächste Quartalsbericht am 29. April 2026 wird zeigen, ob das Unternehmen den Spagat zwischen massivem Investitionsbedarf und operativem Gewinn meistert.
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