Nebius Aktie: Zahlenwerk betrachtet

Die Aktie von Nebius verzeichnete einen deutlichen Kursverlust aufgrund einer branchenweiten Neubewertung, obwohl das Unternehmen weiterhin starkes Umsatzwachstum und einen Auftragsbestand von über 20 Milliarden Dollar meldet.

Kurz zusammengefasst:
  • Starker Kursverlust durch Sektorpanik bei KI-Clouds
  • Umsatzwachstum von 479 Prozent im Jahr 2025
  • Auftragsbestand von über 20 Milliarden Dollar
  • Ambitionierte Umsatzprognose für 2026

Die Aktie von Nebius schloss den letzten Handelstag im Februar unter erheblichem Druck. Verantwortlich war eine branchenweite Neubewertung von KI-Cloud-Infrastruktur-Unternehmen – obwohl die operativen Kennzahlen des Unternehmens selbst weiterhin explosives Wachstum zeigen.

Zweistelliger Kursverlust durch Brancheneffekt

Am 27. Februar gaben die Papiere deutlich nach und folgten dabei dem Neocloud-Konkurrenten CoreWeave, der enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt hatte. Obwohl es keine unternehmensspezifischen Meldungen gab, bewegen sich beide Aktien häufig im Gleichschritt – sie repräsentieren einen jungen, noch unbewiesenen Sektor.

Nebius

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Zeitweise verlor Nebius 14,9 Prozent, CoreWeave sogar 21,9 Prozent. Die Aktie schwankte zwischen 103,09 und 88,40 Dollar. Das Handelsvolumen lag mit 22,94 Millionen Aktien deutlich über dem Durchschnitt von 13,65 Millionen.

Der Rückgang wird als Teil einer anhaltenden Marktreaktion auf die im Februar veröffentlichten Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 interpretiert. Im Fokus steht der immense Kapitalbedarf für die aggressive Expansionsstrategie.

Rekordzahlen – aber unter Erwartungen

Der Umsatz für das Gesamtjahr 2025 belief sich auf 529,8 Millionen Dollar, ein Plus von 479 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal allein erzielte Nebius 227,7 Millionen Dollar – ein Anstieg um 547 Prozent. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich deutlich auf minus 64,9 Millionen Dollar nach minus 226,3 Millionen im Vorjahr.

Trotz der außergewöhnlichen Wachstumsraten blieb der Quartalsumsatz hinter den Analystenschätzungen von 246 Millionen Dollar zurück.

Das Cloud-Computing-Segment legte um 830 Prozent zu. Zudem erreichte das Unternehmen einen wichtigen Meilenstein: erstmals ein positives bereinigtes EBITDA für ein Quartal. Der operative Cashflow aus dem fortgeführten Geschäft drehte für 2025 auf plus 401,9 Millionen Dollar ins Positive.

20 Milliarden Dollar Auftragsbestand

Ein Schlüsselargument für Optimisten ist die gesicherte Auftragspipeline. Nebius hält einen Fünfjahresvertrag mit Meta über 3 Milliarden Dollar, unterzeichnet im November 2025, sowie eine separate Vereinbarung mit Microsoft über mehr als 19 Milliarden Dollar. Zusammen ergibt das einen Auftragsbestand von über 20 Milliarden Dollar.

Die erste Liefertranche für Microsoft wurde planmäßig im November 2025 abgeschlossen, weitere folgen 2026. Das Management erklärte im Earnings Call zum vierten Quartal, dass sich die Anzahl der Verträge mit Laufzeiten über zwölf Monate fast verdoppelt habe und der durchschnittliche Verkaufspreis um mehr als 50 Prozent gestiegen sei.

Eine Kapital- und Hardware-Partnerschaft mit Nvidia verschafft Nebius einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Das Unternehmen erhielt 700 Millionen Dollar von Nvidia und sicherte sich Zugang zu High-End-GPUs zu Rabatten von rund 20.000 Dollar pro Einheit.

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Tavily-Übernahme: Vorstoß in Agentic AI

Am 10. Februar 2026 gab Nebius die geplante Übernahme von Tavily bekannt, einem führenden Anbieter von Agentic Search für Fortune-500-Unternehmen und Top-KI-Firmen. Der Deal bringt Echtzeit-Suchinfrastruktur in die KI-Cloud-Plattform von Nebius, während der Markt für Agentic AI stark wächst.

Die Akquisition fügt sich in die Strategie ein, eine einheitliche Plattform zu schaffen, auf der vertikale KI-Unternehmen und Konzerne autonome Agenten entwickeln, anpassen und betreiben können. Durch die Kombination von leistungsstarker Inferenz und Echtzeit-Web-Suche adressiert Nebius einen kritischen Engpass beim Einsatz autonomer Agenten, die sowohl Rechenleistung als auch faktische Verankerung benötigen.

Ambitionierte Prognose und massive Investitionen

Für 2026 strebt Nebius einen Umsatz zwischen 3,0 und 3,4 Milliarden Dollar an. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) soll bis Jahresende auf 7 bis 9 Milliarden Dollar steigen, bei einer EBITDA-Marge von 40 Prozent.

Die Anzahl der Rechenzentrumsstandorte soll 2026 auf 16 wachsen, nach sieben im Vorjahr. Die aktive Rechenzentrumskapazität soll auf 800 Megawatt bis 1 Gigawatt ausgebaut werden – nach 170 Megawatt Ende 2025.

Die geplanten Investitionsausgaben für 2026 liegen zwischen 16 und 20 Milliarden Dollar. Rund 60 Prozent der Finanzierung seien bereits gesichert, so das Unternehmen. Im vierten Quartal erhielt Nebius etwa 830 Millionen Dollar an Kundenvorzahlungen, die die Expansion unterstützen und die Abhängigkeit vom Kapitalmarkt verringern sollen.

Zu den Expansionsplänen gehört ein neues 240-Megawatt-Rechenzentrum in Frankreich, das nach Fertigstellung zu den größten in Europa zählen dürfte.

Bewertung in volatiler Branche

In den vergangenen 52 Wochen bewegte sich die Aktie zwischen 18,31 und 141,10 Dollar – eine Spanne, die die extreme Volatilität des Neocloud-Sektors verdeutlicht.

Die KI-Cloud ist ein neues Konzept: Unternehmen wie Nebius kaufen GPUs und vermieten die Rechenkapazität an Hyperscaler, KI-Start-ups und andere Abnehmer. Das führt bislang zu dreistelligen Umsatzwachstumsraten, aber auch zu hohen Verlusten, da beide Unternehmen Milliarden leihen, um im Zuge eines massiven Wettlaufs Rechenzentren zu bauen.

Morningstar äußerte sich zurückhaltend und verwies auf das Fehlen eines dauerhaften Wettbewerbsvorteils sowie auf mehrjährige, erhebliche Kapitalabflüsse für Rechenzentren und GPU-Beschaffung.

Umsetzung entscheidet

Der zentrale Punkt bleibt die Fähigkeit des Unternehmens, den umfangreichen Kapazitätsausbau wie geplant umzusetzen und den bestehenden Auftragsbestand effizient in Umsatz zu verwandeln. Am 29. April legt Nebius die nächsten Quartalszahlen vor. Analysten erwarten für 2026 ein Umsatzwachstum von 531 Prozent auf 3,35 Milliarden Dollar.

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