Negativer Impuls für den Aktienmarkt?
Die US-Notenbank hebt den Leitzins um 25 Basispunkte an. Märkte reagieren gelassen, während weitere Erhöhungen und Risiken für Tech-Aktien drohen.

Kurz zusammengefasst
- Leitzins steigt um 25 Basispunkte
- Warsh unterstreicht Notenbank-Unabhängigkeit
- Weitere Dezember-Erhöhung wird erwartet
- Hohe Tech-Bewertungen bergen Rückschlagrisiken
Zur Mitte der vergangenen Woche hat die US-Notenbank den Leitzins gesenkt. Diese stand unter Aufmerksamkeit, da US-Präsident Trump auch auf den neuen US-Notenbankchef Kevin Warsh Druck aufgebaut hat, den Leitzins zu senken. Vor Warsh hatte Vorgänger Jerome Powell unter Trumps Vorgehensweise zu leiden, hielt dem Druck allerdings stand und unterstrich damit die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Mit der Zinsanhebung um 25 Basispunkte, die mehrheitlich erwartet wurde, betonte auch Warsh die Unabhängigkeit dieser Institution. Dies dürfte Trump allerdings nicht gefallen, so dass davon auszugehen ist, dass er den Druck auf Warsh weiterhin hochhält.
Zinsanhebung wohlwollend aufgenommen!
Normalerweise wäre eine Zinsanhebung ein negatives Signal für den Aktienmarkt. Da die große Mehrheit der Marktteilnehmer diesen Schritt allerdings erwartete, hielt sich die Reaktion an den Märkten in Grenzen. Vielmehr wurde der Zinsschritt als Signal wahrgenommen, welches die Unabhängigkeit der US-Notenbank auch unter Warsh hervorhebt. Da die US-Inflation immer noch klar über dem Ziel der FED ist, rechnen die Marktteilnehmer damit, dass es im Dezember zu einem weiteren Zinsschritt nach oben kommen könnte.
Zyklus steigender Zinsen?
Die letzte Zinsanhebung erfolgte im Juli 2023, im Anschluss daran folgten 2024 und 2025 Zinssenkungen. Sollte die US-Notenbank mit der Zinsanhebung in der vergangenen Woche einen neuen Zyklus steigender Zinsen eingeleitet haben, dürfte sich dies mittelfristig belastend auf den Aktienmarkt auswirken. Da vor allem der US-Tech-Sektor mittlerweile mit sehr hohen Bewertungen „glänzt“, ist die Gefahr von Rücksetzern durchaus gegeben. Es bietet sich daher an, in diesem Umfeld etwas vorsichtiger zu agieren bzw. ggf. kleinere Positionen und damit ein geringeres Risiko zu handeln.
Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
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