Nel ASA: 85 Millionen NOK Auftragseingang im Q1
Nel ASA positioniert Elektrolyseure als Sicherheitstechnik. Der Umsatz sinkt, doch Verluste schrumpfen. Neue Plattform und EU-Förderung als Hoffnungsträger.

Kurz zusammengefasst
- Strategischer Fokus auf Energiesicherheit
- Umsatzrückgang auf 152 Millionen Kronen
- Nettoverlust verringert sich deutlich
- Neue Plattform verspricht Kostenvorteile
Nel ASA verkauft Wasserstoff nicht mehr nur als Klimatechnologie. CEO Håkon Volldal positioniert die Elektrolyseure des Unternehmens zunehmend als strategisches Werkzeug für Energiesicherheit und Verteidigung — ein Schwenk, der die Aktie von Mehrjahrestiefs erholt hat, während die Quartalszahlen weiter unter Druck stehen.
Umsatz sinkt, Verluste schrumpfen
Das erste Quartal 2026 lieferte ein gemischtes Bild. Der Gesamtumsatz fiel auf 152 Millionen Norwegische Kronen, nach 175 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA lag bei minus 100 Millionen Kronen — immerhin 15 Millionen besser als ein Jahr zuvor.
Der Nettoverlust schrumpfte auf 144 Millionen Kronen, verglichen mit 179 Millionen im Q1 2025. Hinter dieser Verbesserung steckt ein harter Stellenabbau: Nel hat die Belegschaft um rund ein Viertel reduziert und die Kostenbasis stabilisiert.
Problematisch bleibt der Auftragseingang. Er brach um 73 Prozent auf nur 85 Millionen Kronen ein. Der Auftragsbestand sank dadurch um 24 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Kronen. Volldal räumte ein, das erste Quartal sei „eher ruhig“ gewesen — zeigte sich aber zuversichtlich, dass der PEM-Bereich im zweiten Quartal bereits einen neuen Auftrag unterzeichnet habe.
Neue Plattform, EU-Geld, alte Risiken
Der nächste konkrete Katalysator ist die geplante Vorstellung einer neuen Druckalkalin-Elektrolyseur-Plattform. Nel verspricht 40 bis 60 Prozent niedrigere Investitionskosten und 10 bis 20 Prozent geringere Betriebskosten. Der EU-Innovationsfonds hat bereits bis zu 135 Millionen Euro zugesagt, um eine jährliche Produktionskapazität von 4 GW aufzubauen.
Das Risiko liegt im Übergang. Die beiden 500-MW-Produktionslinien für atmosphärische Alkalin-Elektrolyse im norwegischen Herøya stehen still. Mit dem Launch der neuen Plattform könnte eine Abschreibung auf diese Anlagen fällig werden.
Vergütung mit Leistungskriterien
Nel hat auch die Vorstandsvergütung umgebaut. Auf der Hauptversammlung am 10. April stimmten die Aktionäre einem neuen Performance-Share-Unit-Programm zu. Es ersetzt das alte Aktienoptionsprogramm, das keinerlei Leistungsanforderungen enthielt. Künftig gelten Obergrenzen: Der CEO erhält PSU-Zuteilungen von maximal 50 Prozent des Grundgehalts, andere Führungskräfte bis zu 30 Prozent. Volldal gab freiwillig 1,5 Millionen alte Optionen zurück.
Kurs unter Konsensus, Kasse reicht bis Jahresende
Die Aktie schloss zuletzt bei 2,51 Kronen. Berenberg senkte sein Kursziel im März auf 2,30 Kronen, der Analystenkonsens liegt bei rund 2,22 Kronen — mit einer Spanne von 1,20 bis 4,20 Kronen, die die stark divergierenden Einschätzungen zur weiteren Entwicklung widerspiegelt.
Finanziell ist Nel vorerst abgesichert. Die Liquidität lag zum Quartalsende bei rund 1,4 Milliarden Kronen — nach Angaben des Managements genug, um den Betrieb ohne frische Kapitalmaßnahmen bis Ende des Jahres zu finanzieren. Der Halbjahrsbericht am 15. Juli wird zeigen, ob der strategische Schwenk und die neue Plattform tatsächlich neue Aufträge generieren.
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