Nel ASA Aktie: 14 Analysten mit Sell-Rating
Wasserstoff-Spezialist Nel ASA erhält von Analysten ein Verkaufsvotum. Quartalsverlust und sinkende Liquidität belasten die Aktie, die weiter unter Druck steht.

Kurz zusammengefasst
- Analysten raten zum Verkauf
- Quartalsverlust von 189 Mio. Kronen
- Kassenbestand sinkt deutlich
- Kursziel von JPMorgan gekürzt
Der norwegische Wasserstoff-Ausrüster Nel ASA steht bei Analysten derzeit schlecht da. Eine Umfrage unter 14 Analysten, veröffentlicht vor gut einer Woche, ergab ein durchschnittliches Konsens-Rating von „Sell“ mit einem Zwölf-Monats-Kursziel von umgerechnet 2,08 norwegischen Kronen. Für Anleger, die auf eine baldige Trendwende gehofft hatten, ist das ein ernüchterndes Signal.
Die Aktie schloss gestern mit 0,1938 Euro und büßte damit 1,1 Prozent ein. Der Titel notiert derzeit rund 5,0 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass sich die kurzfristige Schwäche fortsetzt, ohne dass sich am charttechnischen Bild etwas Grundlegendes ändert.
Zahlen belasten die Stimmung
Die Skepsis der Analysten speist sich aus den Geschäftszahlen, die Nel vor über einem Monat vorgelegt hatte. Das zweite Quartal 2026 brachte einen Nettoverlust von 189 Millionen norwegischen Kronen und einen operativen Verlust auf EBITDA-Basis von 155 Millionen Kronen – darin enthalten war auch die finanzielle Belastung aus dem Vergleich mit Iwatani Corporation of America in Höhe von 70 Millionen Kronen. Seit diesem Vergleich, der vor gut drei Wochen bekannt wurde, hat die Aktie weitere 2,0 Prozent verloren.
Zusätzlich schmilzt die Liquiditätsreserve des Unternehmens. Zum Ende des zweiten Quartals verfügte Nel noch über 1,33 Milliarden norwegische Kronen an Kassenbeständen, ein deutlicher Rückgang gegenüber 1,93 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum.
Der Auftragsbestand belief sich zuletzt auf 1,21 Milliarden Kronen. Auch die vor gut drei Wochen erfolgte Kürzung des Kursziels durch JPMorgan auf 1,80 norwegische Kronen von zuvor 2,90 Kronen bei unverändertem „Neutral“-Rating fügt sich in dieses Bild ein – seither hat der Titel weitere 1,2 Prozent nachgegeben.
Technisches Bild bleibt angeschlagen
Auch automatisierte Bewertungsmodelle sehen aktuell keinen klaren Boden: Ein technisches Analysetool stufte die Aktie kürzlich lediglich mit „Hold/Accumulate“ ein und verwies darauf, dass der Kurs seit einem technischen Verkaufssignal Mitte August bereits um 10 Prozent gefallen war. Mit einem RSI von 40,3 bewegt sich das Papier im neutralen bis leicht überverkauften Bereich, ohne dass daraus ein eindeutiges Kaufsignal abzuleiten wäre.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro beträgt inzwischen 47 Prozent – ein Hinweis darauf, wie stark sich die Bewertung seit dem Frühjahr eingetrübt hat. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 359 Millionen Euro.
Blick nach vorn
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf die kommenden Monate. Nel wird seinen Zwischenbericht für das dritte Quartal 2026 am 21. Oktober veröffentlichen. Erst dann dürfte sich zeigen, ob die EU-Förderentscheidung, die das Unternehmen vor gut drei Wochen erhielt, operative Spuren hinterlässt und ob sich der rückläufige Auftragstrend stabilisiert. Bis dahin bleibt die vorherrschende Analystenmeinung ein Belastungsfaktor für den Kurs.
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