Nel ASA Aktie: 224 Prozent mehr Auftragseingang
Nel verzeichnet starken Auftragszuwachs bei Elektrolyseuren, während Verluste und Führungswechsel die Aktie belasten. Investoren warten auf Q3-Zahlen.

Kurz zusammengefasst
- Institutionelle Anleger halten 21,63 Prozent
- Auftragseingang steigt um 224 Prozent
- CEO-Wechsel zu Elopak angekündigt
- Quartalszahlen am 21. Oktober erwartet
Während sich die Nel-Aktie von den Turbulenzen des Sommers erholt, richten Marktbeobachter den Blick auf eine strukturelle Entwicklung: Institutionelle Anleger halten mittlerweile 21,63 Prozent der 1,84 Milliarden ausstehenden Aktien des norwegischen Wasserstoffkonzerns. Die Aktienzahl selbst wuchs binnen eines Jahres um 6,74 Prozent – ein Hinweis auf Kapitalmaßnahmen, die den Streubesitz laufend verändern.
Der Kurs notiert aktuell bei 0,1960 Euro und bewegt sich damit rund 4,3 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,2049 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand 8,5 Prozent nach unten.
Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 3,8 Prozent zu Buche, was zeigt, dass die Aktie trotz der jüngsten Schwäche nicht auf Jahressicht verloren hat.
Belastete Bilanz, aber wachsender Auftragseingang
Die vor über einem Monat veröffentlichten Quartalszahlen bleiben der Hintergrund, vor dem sich die aktuelle Einordnung abspielt: Der Umsatz aus Kundenverträgen sank im zweiten Quartal um 12 Prozent auf 153 Millionen norwegische Kronen, während sich der operative Verlust auf EBITDA-Basis auf 155 Millionen Kronen ausweitete, nach 86 Millionen Kronen im Vorjahresquartal.
Die Barmittel schmolzen im Jahresvergleich von 1,93 Milliarden auf 1,33 Milliarden Kronen. Der bereits verarbeitete Vergleich mit Iwatani Corporation of America über 70 Millionen Kronen belastete das Ergebnis zusätzlich, seither hat die Aktie um 0,9 Prozent nachgegeben.
Dem stand jedoch ein deutlich positiveres Signal gegenüber: Der Auftragseingang im zweiten Quartal sprang um 224 Prozent auf 230 Millionen Kronen, getrieben vor allem vom PEM-Elektrolyseur-Geschäft. Für ein Unternehmen, das seit Jahren mit der Kluft zwischen Auftragsbüchern und Umsatzrealisierung kämpft, ist dieser Zuwachs ein Silberstreif, der die institutionelle Zurückhaltung offenbar nicht gebremst hat.
Führungswechsel und Marktumfeld
Parallel zur operativen Entwicklung sorgt der bevorstehende Abgang von Nel-Chef Håkon Volldal für Unsicherheit an der Unternehmensspitze. Volldal, aktuell President und CEO von Nel ASA, wechselt spätestens zum 1. Januar 2027 als CEO zu Elopak ASA. Wie die Nachfolge bei Nel geregelt wird, ist bislang offen.
Automatisierte Analysesysteme stuften die Aktie zuletzt mit „Hold/Accumulate“ ein und verwiesen auf ein Verkaufssignal von einem Pivot-Hoch am 19. August – eine Einschätzung, die angesichts ihrer kurzfristigen technischen Natur nur begrenzte Aussagekraft besitzt.
Größere strukturelle Rückenwind kommt indes aus einem Branchenreport: Nel wird darin als dominanter Elektrolyseur-Hersteller im europäischen Wasserstoffmarkt identifiziert, der bis 2033 auf ein Volumen von 41,6 Milliarden US-Dollar wachsen soll. Ob Nel von diesem Wachstum profitiert, hängt maßgeblich davon ab, ob sich der starke Auftragseingang des zweiten Quartals fortsetzt und in Umsatz übersetzt.
Anleger richten den Blick nun auf den 21. Oktober, wenn Nel die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt. Erst dann zeigt sich, ob der Auftragsschub nachhaltig ist oder eine Momentaufnahme bleibt.
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