Nel ASA Aktie: 73 Prozent weniger Aufträge
Nel ASA präsentiert günstigeren Elektrolyseur, kämpft aber mit massivem Auftragsrückgang und Kursverlusten.

Kurz zusammengefasst
- Neuer Druckelektrolyseur senkt Kosten drastisch
- Auftragseingang bricht um 73 Prozent ein
- Personalabbau und Sparmaßnahmen eingeleitet
- Aktie verliert 24 Prozent in 30 Tagen
Nel ASA hat im Mai 2026 einen Elektrolyseur der nächsten Generation auf den Markt gebracht. Das Versprechen: Wasserstoffproduktion deutlich billiger machen. Die Realität an der Börse sieht anders aus.
Technologie gegen Auftragsflaute
Der neue Druckelektrolyseur soll die Kosten für schlüsselfertige Anlagen auf unter 1.450 US-Dollar pro Kilowatt drücken. Viele bestehende Projekte liegen bei 3.000 Dollar oder mehr. Das ist ein erheblicher Fortschritt. Die EU Innovation Fund unterstützt die Industrialisierung dieser Plattform mit bis zu 135 Millionen Euro — das entspricht bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten.
Allerdings kämpft Nel gleichzeitig mit einem massiven Auftragseinbruch. Im ersten Quartal 2026 fiel der Auftragseingang um 73 Prozent auf 85 Millionen Norwegische Kronen. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 148 Millionen Kronen. Unterm Strich steht ein Nettoverlust von 144 Millionen Kronen.
Als Ursachen nennt das Unternehmen verzögerte Subventionsprogramme, höhere Zinsen und gestiegene Projektkosten in der gesamten Branche. Kein Einzelproblem — sondern ein Sektorproblem.
Sparprogramm und knappe Kasse
Nel reagiert mit einem harten Einschnitt. Die Personalkosten sanken um 21 Prozent, die Belegschaft schrumpfte um 26 Prozent. Das Unternehmen prüft außerdem mögliche Wertberichtigungen für seine Produktionslinien in Herøya.
Die Liquidität hält sich: Ende März 2026 lagen rund 1,4 Milliarden Kronen in der Kasse. Das gibt Nel Zeit — aber keine Garantie.
Kurs unter Druck
Die Aktie notiert bei 0,22 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen rund 24 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,37 Euro, das erst Ende Mai erreicht wurde, ist sie fast 40 Prozent entfernt. Der RSI liegt bei 36 — unter Verkaufsdruck, aber noch nicht im überverkauften Bereich.
Ein schwacher Trost: Gegenüber dem Jahresanfang steht die Aktie noch mit rund 15 Prozent im Plus. Am 15. Juli 2026 legt Nel die Halbjahreszahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob der Auftragseinbruch aus Q1 ein Ausreißer war — oder der Beginn eines längeren Musters.
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