Nel startet mit deutlichen Kursgewinnen ins neue Jahr. Nach Jahren schwacher Entwicklung taucht der Titel wieder auf den Radar vieler Anleger auf. Im Zentrum steht die Frage, ob sich dahinter eine nachhaltige Verbesserung des Geschäfts abzeichnet oder vor allem ein technischer Rebound steckt.
Sektor-Erholung als Rückenwind
Die jüngste Rally der Nel-Aktie ist Teil einer breiteren Erholung im Wasserstoff- und Clean-Energy-Sektor. Seit dem Hoch der Wasserstoff-Euphorie 2021 hat die Aktie rund 90 % an Wert verloren. Nun kehren Investoren schrittweise in das zuvor stark gemiedene Segment zurück.
Auch Wettbewerber wie Plug Power und thyssenkrupp nucera verzeichnen zu Jahresbeginn deutliche Kursanstiege. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Nel-Aktie mit einem Minus von etwa 14 % aber weiterhin klar hinter dem norwegischen OBX Total Return Index zurück. Der Konsens der Analysten-Einstufungen bleibt bei „Underperform“.
Neue Elektrolyse-Plattform als Wendepunkt
Ein zentraler Auslöser für den Stimmungsumschwung ist die im Dezember 2025 getroffene finale Investitionsentscheidung für die industrielle Umsetzung der Next Generation Pressurized Alkaline Plattform am Standort Herøya in Norwegen. Der Vorstand hat folgende Eckpunkte beschlossen:
- Kapazität: Aufbau einer Produktion mit bis zu 1 GW initialer Kapazität
- EU-Förderung: 135 Mio. Euro aus dem EU-Innovationsfonds
- Investitionsvolumen: Rund 300 Mio. NOK vor Fördermitteln
- Zeitplan: Kommerzielle Markteinführung im ersten Halbjahr 2026, Skalierung der Auslieferungen ab 2027
- Förderquote: Bis zu 60 % der relevanten Investitions- und Betriebskosten
Die über sieben Jahre entwickelte Technologie soll eine führende Systemeffizienz und deutlich niedrigere Wasserstoffgestehungskosten (LCOH) ermöglichen. CEO Håkon Volldal verweist darauf, dass durch die verbesserten Wirtschaftlichkeitskennzahlen Projekte realisierbar werden könnten, die bislang ohne hohe Subventionen nicht tragfähig waren.
Finanzlage und Auftragseingang
Im Vergleich zum finanziell angespannten US-Wettbewerber Plug Power geht Nel mit einer solideren Bilanz in das Jahr 2026. Zum 30. September 2025 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von 1,76 Mrd. NOK. Der EBITDA-Verlust hat sich im dritten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahr spürbar verringert – von -90 Mio. NOK auf -37 Mio. NOK.
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Der Umsatz aus Kundenverträgen lag im dritten Quartal bei 303 Mio. NOK nach 366 Mio. NOK im Vorjahresquartal. Das Minus spiegelt die verzögerten Investitionsentscheidungen größerer Kunden in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld wider.
Wichtige Aufträge zum Jahresende
Zum Jahresende 2025 meldete Nel mehrere relevante Neuaufträge:
- HyFuel- und Kaupanes-Projekte: PEM-Bestellung mit einem Volumen von mehr als 50 Mio. US-Dollar
- H2 Energy: Dritter Auftrag für eine containerisierte PEM-Lösung
- GreenH-Projekte: Rolle als Technologieanbieter für Wasserstoffprojekte in Kristiansund und Slagentangen
Diese Aufträge stützen den Auftragsbestand und untermauern die Marktposition insbesondere im PEM-Bereich.
2026 als entscheidendes Jahr
Die geplante Markteinführung der Next Generation Pressurized Alkaline Plattform in den kommenden Monaten ist der zentrale Katalysator für eine mögliche Neubewertung. Das modulare, containerbasierte Design soll aufwendige Gebäudeinvestitionen überflüssig machen und komplexe Projekte in standardisierte Produktlieferungen überführen.
Zusätzlichen Rückhalt bietet der strategische Ankeraktionär Samsung E&A. Der südkoreanische EPC-Spezialist stieg im März 2025 über eine Kapitalerhöhung mit rund 353 Mio. NOK ein und hält seither 9,1 % der Anteile. Damit ist Samsung E&A größter Einzelaktionär und hat zugleich eine Kooperation mit Nel vereinbart, um komplette Wasserstoffanlagen auf Basis der Nel-Elektrolyseure anzubieten.
Wichtiger nächster Prüfstein ist der Quartalsbericht am 26. Februar 2026. Dann wird sich zeigen, ob der Auftragseingang die Erwartungen an das neue Technologieangebot und die strategischen Partnerschaften erfüllt und damit die aktuelle Kursstärke fundamental untermauert.
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