Nel ASA Aktie: Alkaline bleibt das Sorgenkind?
Der Auftragseingang legte deutlich zu, während Umsatz, Kassenbestand und Ergebnis im dritten Quartal unter Druck blieben.

Kurz zusammengefasst
- EBITDA-Verlust steigt auf 93 Mio. NOK
- Auftragseingang wächst um 339 Prozent
- PEM erzielt 97 Prozent der Bestellungen
- Alkaline-Umsatz sinkt um 91 Prozent
Nel hat heute trotz kräftig steigender Bestellungen einen höheren operativen Verlust für das dritte Quartal 2026 gemeldet. Der Kassenbestand sank im Vorjahresvergleich auf 1.078 Mio. NOK. Für Anleger steht damit im Mittelpunkt, ob die wachsenden Aufträge künftig auch das Ergebnis stabilisieren können.
Die Bestellungen liefern einen positiven Gegenpol zum schwachen Geschäft. Sie ändern jedoch noch nichts daran, dass Nel weniger Umsatz erwirtschaftet und höhere Verluste verbucht. Der Abstand zwischen Auftragserholung und wirtschaftlicher Verbesserung prägt die Quartalsbilanz.
Verluste belasten die finanzielle Ausgangslage
Das EBITDA lag im dritten Quartal 2026 bei minus 93 Mio. NOK. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte der operative Verlust auf dieser Basis 37 Mio. NOK betragen.
Damit hat sich die operative Ertragslage trotz des besseren Auftragseingangs verschlechtert. Für die Beurteilung der finanziellen Belastbarkeit reicht der Blick auf neue Bestellungen deshalb nicht aus. Entscheidend ist ebenso, wie sich Umsatz und Ergebnis während der Auftragsabwicklung entwickeln.
Der Nettoverlust erreichte 140,68 Mio. NOK nach 84,7 Mio. NOK im Vorjahresquartal. Der damalige Kassenbestand hatte bei 1.757 Mio. NOK gelegen.
Aus dem niedrigeren Kassenbestand allein lässt sich keine vollständige Erklärung der Mittelverwendung ableiten. Er unterstreicht aber die Bedeutung einer operativen Verbesserung: Die Auftragserholung geht bislang nicht mit einer Entlastung beim Konzernergebnis einher.
PEM trägt die Auftragserholung
Der Auftragseingang stieg auf 253 Mio. NOK und damit um 339 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Zum Quartalsende belief sich der Auftragsbestand auf 1.314 Mio. NOK.
Das stärkere Bestellvolumen bietet eine breitere Grundlage für künftige Umsätze. Ein Auftragsbestand ist allerdings noch kein verbuchter Erlös und erst recht kein Gewinn. Genau diese Unterscheidung ist für die Einordnung der heutigen Zahlen wesentlich.
Auf PEM entfielen 97 Prozent des Auftragseingangs. Der Umsatz dieses Bereichs wuchs um 65 Prozent auf 89 Mio. NOK.
PEM liefert damit sowohl bei den Bestellungen als auch im laufenden Geschäft den positiven Beitrag zur Entwicklung. Die Verbesserung reicht auf Konzernebene allerdings nicht aus, um die Schwäche des Alkaline-Bereichs auszugleichen.
Alkaline bleibt die zentrale Ergebnisbelastung
Der Alkaline-Umsatz fiel um 91 Prozent auf 23 Mio. NOK. Das EBITDA des Bereichs lag bei minus 41 Mio. NOK.
Nel testet eine neue Druck-Alkaline-Technologie und plant eine Produktionslinie in Herøya. Diese Vorhaben sind von der bereits gemeldeten Geschäftsentwicklung zu trennen: Tests und Ausbaupläne belegen noch keine wirtschaftliche Erholung des Bereichs.
Konzernweit sank der Umsatz aus Kundenverträgen um 63 Prozent auf 111,65 Mio. NOK. Die Gesamterlöse und -einnahmen lagen bei 138,12 Mio. NOK.
Die Quartalszahlen zeigen somit eine Auftragserholung ohne entsprechende Ergebniswende. Für Anleger liegt der entscheidende Prüfstein nicht allein in weiteren Bestellungen. Nel muss die bessere Nachfrage in Umsätze überführen und zugleich die Verluste begrenzen. Erst dann würde aus dem stärkeren Auftragsbestand auch eine tragfähigere finanzielle Entwicklung.
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