Nel ASA Aktie: Auftragseingang steigt um 224 Prozent
Nel ASA verzeichnet dank PEM-Elektrolyse einen Auftragsschub von 224 Prozent. Neue PA-Serie soll Kosten massiv senken, während ein CEO-Wechsel ansteht.

Kurz zusammengefasst
- Auftragseingang steigt um 224 Prozent
- PEM-Sparte dominiert mit 96 Prozent
- EU fördert neue Alkaline-Technologie
- CEO-Rücktritt angekündigt, Nachfolger gesucht
Nel ASA meldet für das zweite Quartal 2026 einen Auftragseingang von 230 Millionen norwegischen Kronen. Das sind 224 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Aktie reagiert mit einem Plus von 1,84 Prozent auf 0,1996 Euro.
Fast der gesamte Zuwachs stammt aus einem einzigen Bereich: der PEM-Elektrolyse-Sparte. Sie steht für rund 96 Prozent des Auftragsvolumens im Quartal. Für Norwegens Wasserstoff-Vorzeigeunternehmen ist das ein deutliches Signal, in welche Richtung sich die Nachfrage verschiebt.
PEM-Sparte zieht davon, Alkaline stagniert
Der Auftragsbestand der PEM-Sparte klettert auf 990 Millionen Kronen. Gegenüber dem ersten Quartal ist das ein Plus von 147 Millionen Kronen. Die Alkaline-Sparte verzeichnete dagegen ein ruhigeres Quartal bei neuen Bestellungen.
Analysten sehen darin einen klaren Trend: Industriekunden bevorzugen zunehmend modulare, skalierbare PEM-Lösungen gegenüber klassischen Alkaline-Systemen. Der Gesamtauftragsbestand bleibt trotzdem stabil bei 1.213 Millionen Kronen. Das gibt Nel Planungssicherheit für die Fertigung in den kommenden Quartalen.
Neue Technologie soll Kosten drastisch senken
Parallel zur PEM-Dynamik treibt Nel die Industrialisierung seiner neuen druckbeaufschlagten Alkaline-Technologie voran, der sogenannten PA-Serie. Die EU unterstützt das Projekt mit 135 Millionen Euro Fördergeldern. Das System kam im Mai 2026 auf den Markt.
Die Technologie soll den Platzbedarf von Wasserstoffanlagen um bis zu 80 Prozent reduzieren. Die Investitionskosten sollen um 40 bis 60 Prozent sinken. Nel peilt für Großanlagen mit 25 Megawatt Leistung schlüsselfertige Kosten von unter 1.450 US-Dollar pro Kilowatt an – deutlich unter dem Branchenstandard von oft mehr als 3.000 US-Dollar.
Das Management rechnet in den kommenden Monaten mit ersten kommerziellen Aufträgen für die neue Plattform. Die Fertigungskapazität soll bis Ende 2026 auf 500 Megawatt wachsen, 2027 dann auf ein Gigawatt.
Verlust durch Einmaleffekt, CEO-Wechsel läuft
Nel weist für das Quartal einen Nettoverlust von 189 Millionen Kronen aus. Ein Großteil davon geht auf eine einmalige Ausgleichszahlung von 70 Millionen Kronen im Zusammenhang mit der Iwatani Corporation of America zurück. Ohne diesen Sondereffekt blieben die operativen Margen im Vergleich zu den Vorquartalen stabil.
Die Barreserven liegen zum Quartalsende bei 1.328 Millionen Kronen. Das verschafft dem Unternehmen Spielraum, während es gleichzeitig einen Führungswechsel organisiert. CEO Håkon Volldal hatte seinen Rücktritt im Juni 2026 angekündigt und bleibt bis Januar 2027 im Amt, während der Aufsichtsrat einen Nachfolger sucht.
Charttechnisch bewegt sich die Aktie in einer Erholungsphase nach einem schwierigen Jahr. Der aktuelle Kurs liegt gut 15 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 0,1731 Euro, aber noch 45 Prozent unter dem Jahreshoch von 0,3655 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,2142 Euro markiert die nächste Hürde, die der Kurs erst noch zurückerobern muss.
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