Nel ASA Aktie: Auftragseingang um 73 Prozent eingebrochen
Nel ASA legt Rechtsstreit in den USA bei und zahlt 7,5 Mio. Dollar. Der Fokus richtet sich nun auf das schwächelnde Kerngeschäft mit Elektrolyseuren.

Kurz zusammengefasst
- Rechtsstreit in den USA beigelegt
- Zahlung von 7,5 Millionen Dollar
- Auftragseingang massiv eingebrochen
- Aktie bleibt unter Druck
Nel ASA räumt eine juristische Altlast in den USA ab. Der norwegische Wasserstoffkonzern hat seinen Streit mit der Iwatani Corporation of America beigelegt und zahlt dafür 7,5 Millionen Dollar. Das nimmt Druck von den US-Aktivitäten. Die größere Baustelle bleibt aber operativ: Die Aufträge sind zuletzt deutlich weggebrochen.
Rechtsstreit in Kalifornien beendet
Der Konflikt drehte sich um Verträge zur Lieferung von Ausrüstung für Wasserstoff-Tankstellen in Kalifornien. Begonnen hatte die Auseinandersetzung im Februar 2024. Mit der Einigung beenden Nel ASA und die frühere Tochter Cavendish Hydrogen ASA das Verfahren ohne formales Schuldeingeständnis.
Für Nel ist das mehr als nur juristische Aufräumarbeit. Laufende Prozesskosten fallen weg, das Risiko weiterer Belastungen in den USA sinkt. Marktbeobachter sehen darin eine Entlastung, weil die Debatte um mögliche Rechtsfolgen den Blick auf das operative Geschäft überlagert hatte.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse reicht die Einigung bislang nicht für eine Beruhigung. Die Nel-Aktie schloss am Freitag bei 0,26 Euro und verlor auf Wochensicht 21,63 Prozent. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Plus von 35,11 Prozent.
Belastet hat auch das Marktumfeld. Starke US-Arbeitsmarktdaten dämpften die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen, was besonders Technologie- und grüne Energieaktien traf. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 104,96 Prozent zeigt, wie nervös der Handel bleibt.
Technisch liegt der Kurs knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,26 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,37 Euro ist die Aktie dagegen noch 29,14 Prozent entfernt. Das dürfte spannend werden, weil die Einigung zwar ein Störgeräusch beseitigt, aber keine neuen Aufträge schafft.
Auftragseingang als Knackpunkt
Die jüngsten Zahlen zeigen, wo der Druck wirklich sitzt:
- Umsatz: minus 5 Prozent auf 148 Millionen Norwegische Kronen
- Auftragseingang: minus 73 Prozent auf 85 Millionen Norwegische Kronen
- Auftragsbestand: minus 24 Prozent auf rund 1,113 Milliarden Norwegische Kronen
Die Liquidität verschafft Nel immerhin Spielraum. Zum Ende des ersten Quartals lag der Kassenbestand bei rund 1,443 Milliarden Norwegischen Kronen. Das hilft, schwächere Phasen zu überbrücken.
Für die Bewertung zählt nach der Einigung nun wieder stärker das Kerngeschäft mit Elektrolyseuren. Eine sichtbare Erholung beim Auftragseingang würde der Aktie mehr Rückhalt geben als die beseitigte Rechtsunsicherheit. Ohne neue Bestellungen bleibt der Vergleich vor allem eine Entlastung, nicht der Nachweis einer operativen Trendwende.
Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 8. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nel ASA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...