Nel ASA Aktie: Douglas County kauft PEM-Elektrolyse
Nel-Aktie profitiert von Wasserstoff-Fantasie, doch Analysten sehen Kurspotenzial nach unten. Auftragseingang bricht ein, PEM-Aufträge geben leichten Rückenwind.

Kurz zusammengefasst
- Aktie steigt 41 Prozent in einem Monat
- Auftragseingang bricht um 73 Prozent ein
- Analysten senken Kursziele für Nel
- EU-Förderung als kurzfristiger Impuls
Starke Kursdynamik, schwache Fundamentaldaten: Bei Nel ASA laufen Marktstimmung und operative Lage weit auseinander. Die Aktie schloss am Freitag bei 0,30 Euro und legte an diesem Tag um 5,82 Prozent zu; auf Sicht eines Monats steht sogar ein Plus von 41,84 Prozent. Das ist beachtlich. Es erhöht aber auch den Druck, jetzt echte Aufträge nachzuliefern.
Der Abstand zum jüngsten Hoch ist klein: Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 0,32 Euro, das Tief bei 0,18 Euro. Der RSI von 32,2 signalisiert nach der jüngsten Korrektur eine technisch angeschlagene, aber noch nicht klar überverkaufte Lage.
Der Treiber der Rally liegt weniger bei Nel selbst. Die Wasserstoffwerte profitierten zuletzt von neuer Fantasie im Sektor, vor allem nach starken Zahlen von Bloom Energy. Der US-Brennstoffzellenspezialist verdoppelte seinen Quartalsumsatz auf 751 Millionen Dollar, gestützt durch Stromnachfrage aus KI-Rechenzentren.
Analysten bleiben skeptisch
Die Analystenseite sieht die Bewegung deutlich nüchterner. Berenberg senkte das Kursziel von 2,60 auf 2,30 norwegische Kronen, Citigroup kürzte auf 2,40 Kronen. Kaufempfehlungen stehen damit nicht im Vordergrund.
Der durchschnittliche Zielwert liegt bei rund 2,21 Kronen, während die Aktie in Oslo zuletzt bei 3,22 Kronen schloss. Der Abstand von mehr als 30 Prozent zeigt das Problem: Der Markt preist Hoffnung ein, die Analysten verlangen belastbare Großaufträge.
Schwacher Auftragseingang belastet
Operativ bleibt die Lage angespannt. Im ersten Quartal lag der Auftragseingang bei nur 85 Millionen norwegischen Kronen, ein Rückgang um 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand schrumpfte auf rund 1,1 Milliarden Kronen.
Umsatz und sonstige Erträge erreichten 152 Millionen Kronen. Das EBITDA lag bei minus 100 Millionen Kronen, immerhin eine Verbesserung um 15 Millionen Kronen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Liquidität bleibt mit rund 1,4 Milliarden Kronen ein wichtiger Puffer.
Belastend wirkt weiter die verzögerte Forschungsförderung des US-Energieministeriums. Ein klarer Zeitplan für die Wiederaufnahme ist nicht erkennbar.
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PEM-Aufträge setzen Akzente
Ein positiver Punkt kommt aus der PEM-Sparte. Nel erhielt einen Auftrag vom Douglas County Public Utility District im US-Bundesstaat Washington. Erstmals kauft damit ein öffentlicher Versorger die PEM-Elektrolyseurtechnologie des Unternehmens.
Die Anlage soll überschüssige Wasserkraft in grünen Wasserstoff umwandeln und dem Versorger helfen, das Netz zu stabilisieren sowie Wartungskosten an Turbinen zu senken. Die Stacks entstehen am Standort Wallingford in Connecticut, die Inbetriebnahme ist für die erste Jahreshälfte 2027 vorgesehen.
Hinzu kommt ein Folgeauftrag von Mesure Process aus der Synqo-Energies-Gruppe im Volumen von rund 7 Millionen Dollar. Für die Stimmung ist das hilfreich. Für eine Neubewertung reicht es allein aber kaum.
EU-Geld als kurzfristiger Impuls
Auf der Finanzierungsseite rückt der EU-Innovationsfonds in den Blick. Er stellt bis zu 135 Millionen Euro für den Ausbau von Nel in Aussicht und kann bis zu 60 Prozent relevanter Investitions- und Betriebskosten abdecken. Eine erste, meilensteinabhängige Tranche von mehr als 10 Millionen Euro wird im laufenden Quartal erwartet.
Nel hat bereits die finale Investitionsentscheidung für den Aufbau von 1 Gigawatt Produktionskapazität in Herøya getroffen. Dafür sind vor Zuschüssen rund 300 Millionen Kronen vorgesehen. Die ersten 500 Megawatt sollen bis Jahresende anlaufen.
Vorstandschef Håkon Volldal verweist auf laufende Gespräche mit potenziellen Kunden für Projekte im Bereich von 50 bis 150 Megawatt in Europa und Nordamerika. Genau dort liegt der nächste Prüfstein: Aus Technologieinteresse müssen verbindliche Bestellungen werden.
Kurzfristig kann die erwartete EU-Tranche den Kurs stützen. Operativ zählt danach vor allem, ob Nel größere Projekte in Aufträge verwandelt. Am 15. Juli folgen die Halbjahreszahlen; bis dahin bleibt die Aktie ein enger Test zwischen Sektor-Momentum und schwachem Auftragseingang.
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