Nel ASA Aktie: Herøya-Ausbau auf 500 Megawatt
Nel ASA treibt Ausbau in Herøya auf 500 MW voran, während der Umsatz sinkt. Der Auftragseingang steigt deutlich, die Aktie bleibt jedoch schwach.

Kurz zusammengefasst
- Ausbau auf 500 Megawatt geplant
- Umsatzrückgang um zwölf Prozent
- Auftragseingang steigt um 224 Prozent
- EBITDA-Verlust durch Sonderfaktor
Nel ASA will die Produktionskapazität am norwegischen Standort Herøya bis Ende 2026 auf 500 Megawatt hochfahren. Der Ausbau ist der zentrale operative Fixpunkt für Anleger, die auf eine Trendwende beim norwegischen Wasserstoff-Spezialisten warten – denn an der Umsatzentwicklung allein lässt sich diese Hoffnung derzeit nicht ablesen.
Im zweiten Quartal 2026 verbuchte Nel einen Umsatzrückgang von rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 153 Millionen norwegische Kronen. Gleichzeitig sprang der Auftragseingang um 224 Prozent auf 230 Millionen Kronen.
Diese Diskrepanz zwischen schwächerem laufendem Geschäft und deutlich anziehender Nachfrage bildet den Kern der aktuellen Investment-Story: Das Unternehmen füllt seine Pipeline, doch die Erlöse aus bestehenden Projekten hinken hinterher.
Verlust durch Iwatani-Vergleich belastet
Auf der Ergebnisseite wies Nel für das zweite Quartal einen EBITDA-Verlust von 155 Millionen Kronen aus. Ein Teil davon geht auf einen Vergleich mit dem japanischen Partner Iwatani in Höhe von 70 Millionen Kronen zurück – ein Sondereffekt, der die operative Schwäche zusätzlich verschärfte.
Der Auftragsbestand lag zum Quartalsende bei 1,2 Milliarden Kronen, die liquiden Mittel bei knapp 1,3 Milliarden Kronen. Damit verfügt Nel über einen finanziellen Puffer, der den geplanten Kapazitätsausbau in Herøya absichern soll, ohne dass kurzfristig frisches Kapital nötig würde.
Der angekündigte Sprung auf 500 Megawatt Produktionskapazität bis Ende des laufenden Jahres ist dabei mehr als eine reine Ausbauzahl. Er signalisiert, dass Nel trotz der Verlustlage an seiner Wachstumsstrategie festhält und auf die zuletzt kräftig gestiegene Auftragslage mit zusätzlichen Fertigungskapazitäten reagiert. Ob sich der Aufbau in konkreten Lieferungen und Umsätzen niederschlägt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse spiegelt sich diese Unsicherheit in einer schwachen Kursentwicklung wider. Die Aktie notiert aktuell bei 0,1958 Euro und hat damit auf Wochensicht 4,5 Prozent verloren.
Zum 50-Tage-Durchschnitt von 0,2077 Euro beträgt der Abstand 5,7 Prozent, das Papier notiert also spürbar unter seinem kurzfristigen Trend. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,3655 Euro, erreicht im Mai, trennen die Aktie derzeit 46 Prozent – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt die operative Erholung noch nicht honoriert.
Anfang August hatte JP Morgan sein Kursziel für Nel von 2,90 auf 1,80 norwegische Kronen gesenkt und die Einstufung Neutral beibehalten. Diese Einschätzung datiert bereits gut zwei Wochen zurück und markiert die bislang jüngste dokumentierte Analystenreaktion auf die Geschäftszahlen.
Für Anleger bleibt die Gemengelage gespalten: Der kräftige Auftragseingang und der geplante Kapazitätsausbau in Herøya deuten auf ein mittelfristig anziehendes Geschäft hin, während die kurzfristigen Verluste und der schwache Kursverlauf zur Vorsicht mahnen. Der geplante Führungswechsel an der Unternehmensspitze zum Jahresende dürfte parallel dazu beitragen, wie glaubwürdig die Wachstumsstrategie am Markt ankommt.
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