Nel ASA Aktie: Iwatani-Einigung belastet Ergebnis
Nel ASA verzeichnet im zweiten Quartal ein höheres EBITDA-Minus. EU-Mittel stützen die Erlöse, während Stellenabbau und Auftragsbestand Hoffnung geben.

Kurz zusammengefasst
- EBITDA-Verlust auf 155 Millionen Kronen
- Iwatani-Einigung belastet mit 70 Millionen
- EU-Zuschuss bringt 118 Millionen Kronen
- Auftragsbestand steigt um neun Prozent
Nel ASA hat im zweiten Quartal 2026 tiefer in die roten Zahlen gegriffen als noch im Vorquartal. Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller wies ein EBITDA von minus 155 Millionen Norwegische Kronen aus, nach minus 100 Millionen im ersten Quartal und minus 86 Millionen im Vorjahresquartal.
Ein wesentlicher Treiber dieser Verschlechterung war eine Einmalbelastung: Die Einigung mit dem japanischen Partner Iwatani schlug im Berichtsquartal mit 70 Millionen Kronen negativ zu Buche.
Umsatz schrumpft, Zusatzerlöse stützen
Die Erlöse aus Kundenverträgen sanken im zweiten Quartal auf 153 Millionen Kronen, ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Gesamtumsätze und -erträge kletterten dennoch auf 182 Millionen Kronen, nach 152 Millionen im ersten Quartal – ein Anstieg, der auch auf Fördermittel zurückgeht.
Allein 118 Millionen Kronen erhielt Nel im Quartal aus einem EU-Zuschuss für die Kommerzialisierung der neuen Generation ihres druckbeaufschlagten Alkali-Elektrolyseurs.
Diese Fördersumme zeigt, dass Nel bei der neuen Produktplattform weiterhin auf staatliche Unterstützung zählen kann, während das operative Kerngeschäft schwächelt. Die Prototypentests der neuen Anlage verliefen dem Unternehmen zufolge weiterhin ermutigend, die kommerzielle Einführung mit ersten Partnern und Kunden läuft seit Anfang Mai.
Personalabbau als Antwort auf die Kostenlast
Um die anhaltenden Verluste einzudämmen, hat Nel seine Belegschaft im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13 Prozent reduziert. Der Stellenabbau ist Teil eines umfassenderen Programms zur Kostensenkung und Kapazitätsanpassung, mit dem das Unternehmen auf die schwierige Marktlage in der Wasserstoffbranche reagiert.
Dass trotz dieser Einschnitte das EBITDA weiter ins Minus rutschte, unterstreicht, wie stark die Iwatani-Sonderbelastung das Ergebnis verzerrt hat – ohne diesen Effekt wäre die Entwicklung deutlich moderater ausgefallen.
Für Anleger bedeutet das: Die Ergebnisqualität lässt sich derzeit nur schwer von Sondereffekten trennen. Der Auftragsbestand von 1.213 Millionen Kronen zum Quartalsende, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorquartal, liefert zumindest einen Hinweis auf eine gewisse operative Stabilisierung im PEM-Segment.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse hat sich die Gemengelage aus schwachen Zahlen und Kostendisziplin bislang nicht in eine klare Richtung aufgelöst. Die Nel-Aktie schloss am Dienstag bei 0,1900 Euro, nach einem Minus von 1,6 Prozent auf Tagesbasis. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 3,4 Prozent zu Buche, der Titel notiert damit rund 5,2 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Der Relative-Stärke-Index von 37,1 signalisiert eine eher überverkaufte Verfassung, ohne dass sich daraus bereits ein Wendepunkt ableiten ließe. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 352,64 Millionen Euro bleibt Nel ein vergleichsweise kleiner Wert im Wasserstoffsektor, dessen Bewertung stark davon abhängt, wie überzeugend das Management die eingeleiteten Sparmaßnahmen in nachhaltige Profitabilität übersetzen kann.
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