Nel ASA Aktie: JPMorgan senkt auf 1,80 Kronen

Nel verzeichnet starken Auftragszuwachs, bleibt aber unprofitabel. JPMorgan kappt das Kursziel, während der CEO-Wechsel zusätzliche Unsicherheit schafft.

Eduard Altmann ·
Moderne Wasserstoff-Industrieanlage bei Dämmerung mit metallischen Rohrleitungen und blauer Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • JPMorgan senkt Kursziel deutlich
  • Auftragseingang steigt um 224 Prozent
  • EBITDA bleibt tief in Verlustzone
  • CEO-Wechsel belastet Aktienkurs

Nel ASA steckt in einem Spannungsfeld zwischen wachsendem Auftragseingang und anhaltenden operativen Verlusten. JPMorgan senkte am 5. August das Kursziel für die norwegische Wasserstoff-Aktie von 2,90 auf 1,80 norwegische Kronen und beließ die Einstufung bei Neutral.

Finanznachrichten.de ordnete die Entscheidung am folgenden Tag ein: Ausschlaggebend sei die schwache Profitabilität des Unternehmens gewesen, während der Auftragseingang im zweiten Quartal 2026 deutlich zugelegt habe.

Genau darin liegt der Widerspruch, mit dem sich Anleger derzeit auseinandersetzen müssen. Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal 2026 um 224 Prozent auf 230 Millionen norwegische Kronen, der Auftragsbestand kletterte auf 1,213 Milliarden Kronen.

Zugleich sackte der Umsatz aus Kundenverträgen um 12 Prozent auf 153 Millionen Kronen ab, und das EBITDA blieb mit minus 155 Millionen Kronen tief in der Verlustzone. Für Analysten wie JPMorgan zählt am Ende offenbar weniger die Auftragsdynamik als die Frage, wann daraus tatsächlich profitables Geschäft wird.

Führungswechsel als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor

Vor rund einem Monat kam mit dem angekündigten Abgang von Vorstandschef Håkon Volldal ein weiterer Belastungsfaktor hinzu. Volldal wechselt zu Elopak, die Übergangsphase läuft bis Jahresende. Seither hat sich der Kurs kaum bewegt – ein Zeichen dafür, dass der Markt die Personalie bereits eingepreist hat, ohne dass neue Impulse für eine klare Richtungsentscheidung hinzugekommen wären.

Der aktuelle Kursverlauf spiegelt diese Unentschlossenheit wider. Am Freitag schloss die Aktie bei 0,2025 Euro, womit sie rund 45 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro vom 25. Mai notiert.

Gleichzeitig liegt der Kurs etwa 3,8 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,2105 Euro – ein Hinweis darauf, dass sich das kurzfristige Bild eingetrübt hat, ohne dass es zu einem Ausverkauf gekommen wäre.

Was die widersprüchlichen Signale für Anleger bedeuten

Die Kombination aus stark steigenden Bestellungen und anhaltend hohen Verlusten ist für ein Unternehmen im Wasserstoff-Sektor nicht ungewöhnlich, macht die Bewertung der Aktie aber schwierig.

Ein wachsender Auftragsbestand von gut 1,2 Milliarden Kronen verschafft Nel zumindest sichtbare Umsatzperspektiven für die kommenden Quartale. Ob sich daraus aber tatsächlich eine Trendwende bei der Profitabilität ergibt, bleibt nach der jüngsten Kürzung des Kursziels durch JPMorgan die zentrale offene Frage.

Für die Bewertung der weiteren Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, wie schnell sich der Auftragsbestand in tatsächliche Umsätze übersetzt und ob der bevorstehende Wechsel an der Unternehmensspitze die operative Ausrichtung verändert. Bis dahin bewegt sich die Aktie in einer Bandbreite, die von den jüngsten Tiefs bei 0,1731 Euro Ende Februar bis zum Mai-Hoch reicht – ohne klaren Ausbruch in eine der beiden Richtungen.

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Nel ASA Aktie

0,19 EUR

– 0,01 EUR -2,53 %
KGV
KUV 4,07
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 3,82 Mrd. NOK
Ø Kursziel 2,18 NOK
ISIN: NO0010081235 WKN: A0B733

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