Nel ASA Aktie: Kritische Phase

Die Aktie des Wasserstoff-Spezialisten Nel ASA verliert über die Hälfte ihres Wertes seit 2024. Analysten senken Kursziele, während das Unternehmen die Markteinführung einer neuen Schlüsseltechnologie vorbereitet.

Kurz zusammengefasst:
  • Konsens-Kursziel auf 2,23 NOK gesenkt
  • Markteinführung der Next-Gen-Plattform für 2026 geplant
  • Umsatz und Auftragseingang deutlich rückläufig
  • Hohe Liquidität von 1,8 Mrd. NOK vorhanden

Nel ASA startet mit erhöhtem Druck in die neue Handelswoche. Nach einem kurzfristigen Anlauf an die Marke von 2,30 NOK rückt weniger der Kurssprung, sondern vielmehr die Kluft zwischen ambitionierter Technologieroadmap und vorsichtiger Analystensicht in den Fokus. Die Aktie hat sich seit Kursen von über 5,00 NOK im Jahr 2024 mehr als halbiert und steckt nun in einer empfindlichen Konsolidierungsphase.


Analysten bremsen Erwartungen

Mehrere große Häuser haben zuletzt ihre Einschätzungen zurückgenommen und damit den Bewertungsrahmen für die Aktie nach unten verschoben. Für Ende Januar ergibt sich ein Konsens-Kursziel von rund 2,23 NOK, knapp 8 % niedriger als zuvor.

Nel ASA

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Auffällige Einzelstimmen:

  • Goldman Sachs: Einstufung neutral, Kursziel 2,20 NOK – kaum Aufwärtspotenzial zum aktuellen Niveau.
  • Kepler Cheuvreux: Rating „reduce“, Kursziel 1,90 NOK – deutlich vorsichtiger Ansatz.

Diese Kursziele spiegeln eine verbreitete Skepsis wider, wie schnell sich mit Wasserstofftechnologie profitabel verdienen lässt. Der jüngste Anstieg um etwa 4 % auf 2,30 NOK hat aus technischer Sicht Gewicht, stößt aber an Widerstände, solange die 12-Monats-Erwartungen schrittweise eingedampft werden.


Nächste Generation als Bewährungsprobe

Parallel zur schwachen Kursentwicklung arbeitet Nel an einem strategisch entscheidenden Schritt. Das Unternehmen befindet sich in der Kommerzialisierungsphase seiner „Next Generation Pressurized Alkaline“-Plattform. Auf die finale Investitionsentscheidung im Dezember 2025 soll im ersten Halbjahr 2026 der Markteintritt folgen.

Diese Einführung ist mehr als ein Produkt-Update. Sie steht im Zentrum der operativen Zukunftsstrategie:

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  • Ziel ist eine deutliche Senkung der Levelized Cost of Hydrogen (LCOH).
  • Gleichzeitig soll die Energieeffizienz der Elektrolyseure steigen.
  • Am Standort Herøya plant Nel eine Produktionskapazität von bis zu 1 GW.

Damit steigt das Ausführungsrisiko spürbar. Nach dem deutlichen Rückgang des Auftragseingangs Ende 2025 fordern Investoren belastbare Belege, dass die neue Technologie in konkrete Bestellungen mündet. Genau hier entscheidet sich, ob die Plattform zum Wachstumstreiber oder Belastungsfaktor wird.


Zahlen unter Druck, Liquidität vorhanden

Fundamental ist das Bild derzeit angespannt, aber nicht akut bedrohlich. Die jüngsten veröffentlichten Quartalszahlen zeigen:

  • Umsatz aus Kundenverträgen Q3 2025: 303 Mio. NOK, ein Rückgang von 17 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Auftragseingang: Einbruch um 64 % auf 57 Mio. NOK.
  • Auftragsbestand: 984 Mio. NOK.

Auf der Finanzierungsseite verfügt Nel über einen komfortablen Kassenbestand:

  • Barmittel Ende 2025: rund 1,8 Mrd. NOK.

Diese Liquidität ist zentral, um die laufenden Investitionen in die Industrialisierung 2026/2027 zu stemmen. Gleichzeitig macht der rückläufige Umsatz deutlich, dass mittelfristig wieder Wachstum auf der Erlösseite nötig ist, um das Geschäftsmodell zu stützen.


Wichtige Kennzahlen im Überblick

  • Aktueller Kurs: ca. 2,30 NOK
  • Konsens-Kursziel: ca. 2,23 NOK (Reduktion um 7,9 %)
  • Zentrale Unterstützungszone: 2,20 NOK (Ziel Goldman Sachs)
  • Bären-Szenario: 1,90 NOK (Ziel Kepler Cheuvreux)
  • Kassenbestand: rund 1,8 Mrd. NOK
  • Wesentlicher Kurstreiber: Kommerzielle Einführung der Next-Gen-Alkaline-Plattform im 1. Halbjahr 2026

Technisches Bild und Ausblick auf die Woche

Die Diskrepanz zwischen strategischen Meilensteinen und Kursverlauf nimmt zu. Während Nel seine neue Alkaline-Plattform industriell hochfährt, preist der Markt eher ein Szenario zäher Entwicklung ein. Charttechnisch steckt die Aktie in einem klaren langfristigen Abwärtstrend und hat seit 2024 mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.

Für die laufende Handelswoche ist die Zone zwischen 2,20 und 2,30 NOK eine zentrale Marke. Hält dieser Bereich, bleibt Raum für technische Erholungsversuche. Ein Rutsch darunter – verstärkt durch zurückhaltende Analystenstimmen wie die „reduce“-Einstufung von Kepler Cheuvreux – könnte zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen. Auf der anderen Seite könnten konkrete Meldungen zu kommerziellen Abnahmeverträgen für das neue Alkaline-System kurzfristig für Gegenbewegungen sorgen und wären damit der entscheidende Test, ob der Markt der neuen Technologie mehr Vertrauen schenkt.

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