Die Nel-ASA-Aktie bleibt zum Jahresstart 2026 schwach und notiert nahe ihrem Allzeittief um 2,23–2,25 NOK. Strategische Weichenstellungen, darunter eine bedeutende Investitionsentscheidung im Dezember 2025, haben bislang keine Trendwende ausgelöst. Anleger zweifeln offenbar weiter an den kurzfristigen Perspektiven des Wasserstoffsektors.
Anhaltender Druck auf die Aktie
Im Jahresvergleich liegt der Kurs mehr als 20 % im Minus. Die Spanne der vergangenen zwölf Monate von 1,95 bis 3,61 NOK zeigt die deutlichen Schwankungen der reinen Wasserstoff-Wette. Das Handelsvolumen lag zuletzt klar unter dem durchschnittlichen Tagesumsatz von rund 4,1 Millionen Aktien.
Die Marktkapitalisierung ist auf etwa 4,1 Milliarden NOK gefallen – weit entfernt von den Höchstbewertungen während der früheren Wasserstoff-Euphorie. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 0,87 wird die Aktie unter Buchwert gehandelt, was den ausgeprägten Skeptizismus vieler Investoren unterstreicht.
Strategische Investition ohne Kurswende
In der zweiten Dezemberhälfte 2025 traf Nel die finale Investitionsentscheidung zur Industrialisierung der Next-Generation Pressurized Alkaline Plattform am Standort Herøya in Norwegen. Die Eckdaten:
- Investitionsvolumen: rund 300 Mio. NOK für eine Anfangskapazität von 1 GW
- EU-Förderung: bis zu 135 Mio. EUR aus dem EU Innovation Fund
- Skalierung: Kapazität erweiterbar auf 4 GW
- Zeitplan: Kommerzieller Start im ersten Halbjahr 2026, Auslieferung im industriellen Maßstab ab 2027
Die neue Plattform soll durch ein modulares, containerbasiertes Design die Wasserstoffgestehungskosten (LCOH) deutlich senken. An der Börse wirkte diese Ankündigung nur kurz: Der Kurs legte temporär zu, setzte dann aber seine Abwärtsbewegung fort.
Schwacher Auftragseingang als Kernproblem
Operativ bleibt der rückläufige Auftragsbestand die zentrale Belastung. Nach jüngsten Zahlen ist der Auftragsbestand binnen eines Jahres um rund 47 % auf etwa 984 Mio. NOK gesunken. Diese deutlich eingeschränkte Umsatzsichtbarkeit hält vor allem institutionelle Investoren zurück.
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Hinzu kommen Verzögerungen bei Kundenprojekten. Nel hat begonnen, Anlagen aus überfälligen Forderungen zurückzufordern. Bereits im Januar 2025 kündigte das Unternehmen einen Stellenabbau von rund 20 % an und stoppte vorübergehend die Produktion in der atmosphärischen Alkaline-Fertigung in Herøya.
Analysten vorsichtig, Meinungsbild gespalten
Die Mehrheit der Analysten in Europa und an der Wall Street bleibt zurückhaltend:
- Durchschnittliches Kursziel: etwa 2,22–2,28 NOK
- Spanne der Ziele: 1,20 bis 4,20 NOK
- Konsensrating: Underperform
- Abdeckung: 14 Analysten beobachten die Aktie
Die breite Streuung der Kursziele signalisiert hohe Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Wasserstoffmarktes und der erfolgreichen Umsetzung der Technologie-Roadmap von Nel.
Neue Aufträge setzen Akzente
Ganz ohne positive Impulse verläuft die Entwicklung aber nicht. Im November 2025 meldete Nel einen PEM-Großauftrag über mehr als 50 Mio. USD für die norwegischen Wasserstoffprojekte HyFuel und Kaupanes. Es handelt sich um den zweitgrößten Auftrag der Unternehmensgeschichte und den größten PEM-Auftrag überhaupt.
Zusätzlich hat Samsung E&A seine CompassH2-Wasserstoffanlagelösung gestartet, die auf Nel-Alkaline-Technologie setzt. Dies könnte zusätzliche Vertriebskanäle eröffnen und die Position des Unternehmens in künftigen Projekten stärken.
2026 als Bewährungsprobe
Die kommenden Monate dürften entscheidend dafür sein, ob die Aktie sich von ihrem mehrjährigen Rückgang – über 93 % unter den Höchstständen von 2021 – zumindest teilweise erholen kann. Maßgeblich wird sein, ob Nel die neue Druckalkaline-Plattform erfolgreich kommerzialisiert, weitere Großaufträge gewinnt und gleichzeitig die finanzielle Performance verbessert.
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