Nemetschek Aktie: 2,4-Milliarden-Deal für HCSS
Nemetschek fällt auf neues 52-Wochen-Tief, obwohl Umsatz und Gewinn im ersten Quartal deutlich steigen. Analysten sehen den fairen Wert fast doppelt so hoch.

Kurz zusammengefasst
- Neues 52-Wochen-Tief bei 53,40 Euro
- Umsatz wächst um 17 Prozent
- Milliarden-Übernahme von HCSS geplant
- Analysten sehen Kurspotenzial von 94 Euro
Oracle meldet Rekordumsätze — und löst damit einen Ausverkauf bei europäischen Softwareaktien aus. Nemetschek trifft das besonders hart. Die Aktie fiel heute auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 53,40 Euro, obwohl das Unternehmen operativ glänzende Zahlen liefert.
Der Oracle-Schock und seine Folgen
Der US-Konzern Oracle meldete Cloud-Erlöse von knapp zehn Milliarden US-Dollar — ein Plus von 47 Prozent. Trotzdem brach die Aktie um rund zehn Prozent ein. Investoren störten sich an den massiven Ausgaben für KI-Infrastruktur und an einer Verlangsamung im SaaS-Geschäft.
Der Schock strahlte auf Europa aus. SAP, TeamViewer und Nemetschek verloren im Sog teils bis zu 4,2 Prozent. Nemetschek handelt aktuell bei 53,70 Euro — ein Minus von 1,10 Prozent auf Tagesbasis. Auf Jahressicht beläuft sich der Verlust auf über 55 Prozent.
Bereits am 17. Juni hatte die Aktie neue 4-, 13- und 26-Wochen-Tiefs markiert. Solche Mehrfach-Signale gelten technisch als Hinweis auf einen klar abwärtsgerichteten Trend. Der RSI liegt bei 33,5 — das ist technisch überverkauftes Terrain.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Das Paradox ist offensichtlich. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz währungsbereinigt um 17,0 Prozent auf 313,1 Millionen Euro. Das EBITDA kletterte um 22,0 Prozent auf 98,4 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr peilt Nemetschek ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 14 bis 15 Prozent an. Die EBITDA-Marge soll bei 32 bis 33 Prozent liegen. Der Analystenkonsens sieht den fairen Wert bei rund 94 Euro — fast doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs.
Milliarden-Akquisition im Hintergrund
Nemetschek hat die größte Übernahme der Unternehmensgeschichte eingefädelt. Für 2,4 Milliarden US-Dollar kauft der Konzern Heavy Construction Systems Specialists (HCSS) vom Private-Equity-Haus Thoma Bravo.
HCSS erzielte 2025 einen Umsatz von rund 215 Millionen US-Dollar, wuchs beim ARR um rund 21 Prozent und erreichte eine EBITDA-Marge von rund 40 Prozent. Die Zielgruppe: Infrastruktur- und Tiefbauunternehmen. Nemetschek hält nach Abschluss rund 72 Prozent der Anteile am Segment „Build & Construct“, Thoma Bravo bleibt mit rund 28 Prozent als Minderheitsaktionär an Bord.
Der adressierbare Markt des Segments soll bis 2028 auf geschätzte 12 Milliarden US-Dollar wachsen. Den Abschluss erwartet Nemetschek in der zweiten Jahreshälfte 2026 — vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.
Im Juli legt der Konzern die Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann wird sichtbar, wie stark KI-Investitionen und die HCSS-Integration das Zahlenwerk bereits prägen.
Nemetschek-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nemetschek-Analyse vom 18. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Nemetschek-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nemetschek-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nemetschek: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...