Nemetschek Aktie: 52-Wochen-Tief bei 50,45 Euro
Nemetschek-Aktie fällt auf Jahrestief, obwohl Umsatz und SaaS-Erlöse im ersten Quartal deutlich zulegten. Analysten senken Kursziel.
Kurz zusammengefasst
- Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief
- Umsatzwachstum von 17 Prozent im Q1
- SaaS-Erlöse steigen um 35 Prozent
- Jahresprognose bleibt unverändert
Jefferies hat das Kursziel für Nemetschek von 90 auf 70 Euro gesenkt. Die Einstufung bleibt „Buy“ — aber das hat den Kurs nicht gestützt. Am Freitag notiert die Aktie bei 50,70 Euro und verliert 2,31 Prozent. Damit kratzt sie am frischen 52-Wochen-Tief von 50,45 Euro.
Sektorpessimismus trifft angeschlagene Aktie
Der Druck kommt nicht aus einem operativen Fehltritt. Analyst Charles Brennan von Jefferies erwartet, dass die Berichtssaison zum zweiten Quartal für den europäischen Softwaresektor kein großer Kurstreiber wird. Andere Technologiesektoren seien stärker gefragt. Anleger kehrten nicht eilig zurück.
Für Nemetschek ist das ein Problem. Die Aktie hat in zwölf Monaten rund 58 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus fast 44 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 137,90 Euro liegt bei über 63 Prozent.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Das Paradoxe: Die operativen Zahlen erzählen eine andere Geschichte. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz währungsbereinigt um 17 Prozent auf 313,1 Millionen Euro. Die Subscription- und SaaS-Erlöse legten währungsbereinigt um 35,4 Prozent zu. Das EBITDA stieg auf 98,4 Millionen Euro, die Marge lag bei 31,4 Prozent.
Der Vorstand hat die Jahresprognose bestätigt: organisches Umsatzwachstum von 14 bis 15 Prozent und eine EBITDA-Marge von 32 bis 33 Prozent. Kein Wunder, dass das Auseinanderdriften von Fundamentaldaten und Kursentwicklung auffällt.
Technische Warnsignale häufen sich
Charttechnisch ist das Bild eindeutig belastet. Der Kurs liegt 17 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und mehr als 35 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 29,8 zeigt eine stark überverkaufte Marktverfassung an.
Der Markt bewertet Nemetschek derzeit weniger nach Wachstumsraten als nach Sektorstimmung und Bewertungsrelationen. Das ist das eigentliche Problem: Selbst gute Zahlen reichen nicht, wenn der gesamte Softwaresektor aus der Gunst der Anleger gefallen ist.
Am 30. Juli legt Nemetschek den Halbjahresbericht vor. Dann zeigt sich, ob das starke SaaS-Wachstum anhält — und ob das dem Markt reicht, um die Jahresprognose wieder ernst zu nehmen.
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