Es ist das europäische Derby der Software-Giganten. In der linken Ecke: Dassault Systèmes aus Frankreich, der unangefochtene Schwergewichtschampion der Industrie-Software. In der rechten Ecke: Nemetschek aus Deutschland, der agile Herausforderer der Baubranche. Während Paris auf schiere Masse und Plattform-Macht setzt, kontern die Münchner mit Geschwindigkeit und Spezialisierung. Für Anleger stellt sich heute, am 12. Februar 2026, die entscheidende Frage: Ist die Sicherheit des Tankers attraktiver oder lohnt sich der Ritt auf der deutschen Wachstumsrakete?
David gegen Goliath: Wer beherrscht den Ring?
Die Größenverhältnisse könnten kaum unterschiedlicher sein. Dassault Systèmes bringt als etablierter Platzhirsch rund 34,6 Milliarden US-Dollar auf die Börsenwaage. Nemetschek wirkt mit etwa 9,6 Milliarden US-Dollar dagegen wie ein Leichtgewicht. Doch der Schein trügt: Genau dieser Unterschied definiert das Duell.
Dassault agiert als massiver „Alles-Könner“. Mit der 3DEXPERIENCE-Plattform umklammert der Konzern ganze Industrien – von Flugzeugbauern bis zu Pharmafirmen. Einmal im System, kommen Kunden kaum wieder heraus. Nemetschek hingegen spielt den flinken Spezialisten. Der Fokus liegt fast ausschließlich auf der Bau- und Medienbranche (AEC/O). Statt Kunden in ein geschlossenes System zu zwingen, propagieren die Deutschen „Open BIM“ – offene Schnittstellen für maximale Flexibilität.
Wer drückt stärker aufs Gaspedal?
Hier zeigt sich der dramatischste Unterschied im aktuellen Vergleich. Während der französische Tanker nur noch langsam Fahrt aufnimmt, hat Nemetschek den Nachbrenner gezündet.
Die Zahlen für das abgelaufene Jahr 2025 sprechen eine deutliche Sprache:
* Dassault Systèmes schleppte sich währungsbereinigt zu einem Umsatzplus von 4,0 %. Im vierten Quartal waren es sogar nur noch magere 1 %.
* Nemetschek hingegen sprintete mit einem währungsbereinigten Wachstum von 22,6 % an der Konkurrenz vorbei.
Das ist kein Kopf-an-Kopf-Rennen mehr, das ist eine Demütigung für den Marktführer. Nemetschek wächst aktuell mehr als fünfmal so schnell wie der französische Rivale. Der Grund? Die aggressive und erfolgreiche Umstellung auf Abonnement-Modelle treibt die Münchner an, während Dassault in seinen gesättigten Kernmärkten nach neuen Impulsen sucht.
Profitabilität: Schmilzt der Vorsprung des Riesen?
Lange Zeit war Dassault die unantastbare Cash-Maschine. Doch der Abstand schwindet rasant. Üblicherweise erkaufen sich Unternehmen hohes Wachstum mit niedrigeren Margen. Nicht so Nemetschek.
Der französische Konzern lieferte 2025 eine operative Marge von starken 32,0 %. Doch der deutsche Herausforderer ist ihm dicht auf den Fersen: Nemetschek meldete eine EBITDA-Marge von 31,2 %. Die Lücke ist fast geschlossen. Das bedeutet: Nemetschek gelingt das Kunststück, massiv zu skalieren, ohne die Profitabilität zu opfern.
Der Zahlen-Check: Fakten statt Emotionen
| Kennzahl (2025) | Nemetschek SE | Dassault Systèmes |
|---|---|---|
| Umsatzwachstum (währungsb.) | +22,6 % | +4,0 % |
| Profitabilität (EBITDA/Op. Marge) | 31,2 % | 32,0 % |
| Anteil wiederkehrender Umsätze | 92 % | 82 % |
Qualität der Einnahmen: Wer schläft ruhiger?
Börsianer lieben planbare Einnahmen. Auch in dieser Disziplin hat der Herausforderer den Meister überholt. Nemetschek weist mittlerweile einen Anteil wiederkehrender Umsätze von 92 % auf. Das Geschäft ist extrem stabil und vorhersehbar. Dassault steht mit 82 % ebenfalls sehr gut da, muss sich aber in dieser Disziplin dem kleineren Rivalen geschlagen geben.
Fazit: Dynamik schlägt Masse
Der direkte Vergleich zeigt zwei Unternehmen in völlig unterschiedlichen Lebensphasen.
Dassault Systèmes ist die Aktie für den defensiven Anleger. Der Burggraben ist tief, die Marktmacht enorm, die Risiken sind durch die Branchenbreite gestreut. Aber: Der Tanker ist träge geworden. Mit Prognosen von 3-5 % Wachstum für 2026 fehlt die Fantasie für große Kurssprünge.
Nemetschek ist der klare Punktsieger in diesem Duell. Das Unternehmen kombiniert die Sicherheit hoher wiederkehrender Erträge mit der Wachstumsdynamik eines Tech-Startups. Die Bewertungslücke zu Dassault könnte sich schließen, wenn der Markt realisiert, dass hier nicht mehr David gegen Goliath kämpft, sondern ein hochmoderner Schnellzug einen alten Dampfer überholt. Wer Volatilität aushält und auf Outperformance setzt, findet im deutschen Turbo derzeit das deutlich attraktivere Setup.
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