Nestlé: 16.000 Stellen fallen weg
Nestlé streicht weltweit 16.000 Stellen und spart bis 2027 drei Milliarden Franken ein. Die Nigeria-Tochter kehrt überraschend in die Gewinnzone zurück.

Kurz zusammengefasst
- 16.000 Stellenstreichungen weltweit
- Nigeria-Tochter wieder profitabel
- Drei Milliarden Franken Einsparungen bis 2027
- Marketingausgaben steigen auf 8,6 Prozent
Nestlé baut den Konzern radikal um. Während das Management weltweit 16.000 Stellen streicht, kehrt eine wichtige Region überraschend schnell in die Gewinnzone zurück. Diese Mischung aus harten Einschnitten und regionaler Erholung prägt das aktuelle Bild des Nahrungsmittelriesen.
Ein starker Impuls kommt aus Westafrika. Nestlé Nigeria verbuchte zuletzt einen Nettogewinn von fast 105 Milliarden Naira. Im Vorjahr stand dort noch ein massiver Verlust von rund 165 Milliarden Naira. Das Eigenkapital stabilisierte sich nach einer Durststrecke auf knapp 13 Milliarden Naira.
Die Erholung stützt sich auf steigende Umsätze. Diese kletterten um 26 Prozent auf 1,21 Billionen Naira. Eine stabilere Landeswährung und ein kräftiges Exportplus trieben das Ergebnis zusätzlich an.
Marktanteile vor Marge
In Indien wählt der Konzern einen anderen Weg als die Konkurrenz. Trotz schwankender Rohölpreise bleiben die Preise für Kernprodukte vorerst stabil. Wettbewerber erhöhten ihre Preise zuletzt um bis zu fünf Prozent. Nestlé will stattdessen Marktanteile sichern und stellt in Indien sogar neues Personal ein.
Milliarden-Einsparungen bis 2027
Konzernweit liegt der Fokus auf Effizienz. Bis 2027 will der Vorstand drei Milliarden Franken einsparen. Parallel dazu investiert Nestlé mehr Geld in die Vermarktung der Top-Marken. Die Marketingausgaben sollen auf 8,6 Prozent des Umsatzes steigen.
Analyst Jon Cox von Kepler Cheuvreux erwartet für das zweite Quartal eine Beschleunigung des Volumenwachstums auf 1,8 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern ein organisches Wachstum zwischen drei und vier Prozent an.
An der Börse kommt die Strategie bisher gut an. Die Aktie schloss zuletzt bei 90,08 Euro und notiert seit Jahresbeginn rund 6,5 Prozent im Plus. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 232 Milliarden Euro bleibt der Konzern ein Schwergewicht im Sektor.
Die nächsten Impulse dürften die detaillierten Halbjahresergebnisse liefern. Hier muss der Konzern beweisen, ob das organische Wachstumsziel für 2025 realistisch bleibt. Investoren achten dabei besonders auf den Erfolg des massiven Kostensenkungsprogramms.
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