Nestlé Aktie: Blue Bottle vor Verkauf?

Nestlé prüft den Verkauf der Premium-Kaffeekette Blue Bottle Coffee. Die neue Konzernführung unter CEO Navratil setzt die strategische Neuausrichtung mit Fokus auf skalierbare Marken fort.

Kurz zusammengefasst:
  • Strategische Prüfung von Blue Bottle Coffee läuft
  • Herta-Verkauf Ende 2025 bereits abgeschlossen
  • Neue Führung um Navratil und Isla treibt Umbau voran
  • Aktie verliert unter die 200-Tage-Linie

Der Schweizer Lebensmittelriese krempelt sein Portfolio radikal um. Kaum ist der Ausstieg aus dem Fleischwarengeschäft Herta besiegelt, steht bereits die nächste Trennung im Raum: Die Premium-Kaffeekette Blue Bottle Coffee soll nach Informationen von Reuters und FoodNavigator auf dem Prüfstand stehen. Für die neue Konzernspitze um CEO Philipp Navratil ist es der erste Härtetest im noch jungen Jahr 2026.

Die wichtigsten Fakten:

Nestle

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  • Verkauf der restlichen 40% an Herta Ende Dezember abgeschlossen
  • Blue Bottle Coffee wird zusammen mit Morgan Stanley auf strategische Optionen geprüft
  • Erste vollständige Geschäftsperiode unter CEO Navratil und VR-Präsident Pablo Isla
  • Aktie rutschte am Freitag unter die 200-Tage-Linie auf 98,50 USD (-1,14%)

Konsequenter Schnitt im Portfolio

Der Rückzug aus dem Wurstwarengeschäft ist Geschichte. Mit dem Verkauf der verbliebenen Herta-Anteile an den spanischen Partner Casa Tarradellas zieht Nestlé einen Schlussstrich unter ein Kapitel, das nicht mehr in die neue Strategie passt. Die Ressourcen sollen künftig auf wachstumsstärkere Kategorien konzentriert werden.

Doch damit nicht genug: Die 2017 erworbene US-Kaffeekette Blue Bottle steht offenbar zur Disposition. Morgan Stanley wurde dem Vernehmen nach mandatiert, um einen möglichen Verkauf vorzubereiten. Der Schritt würde zur strategischen Neuausrichtung passen – weg von Nischen-Investments, hin zu skalierbaren globalen Marken wie Nescafé und Nespresso. Auch Teile des Wassergeschäfts könnten folgen.

Neue Führung zeigt Entschlossenheit

Die Geschwindigkeit der Entscheidungen überrascht. Seit September 2025 führt Philipp Navratil den Konzern, nachdem sich Nestlé von seinem Vorgänger Laurent Freixe getrennt hatte. Der ehemalige Nespresso-Chef muss nun beweisen, dass er die operative Marge stabilisieren und das organische Wachstum wieder ankurbeln kann.

An seiner Seite steht seit Oktober 2025 Pablo Isla als Verwaltungsratspräsident. Der frühere Inditex-Chef gilt als kompromissloser Stratege. Das Duo scheint gewillt, auch traditionsreiche Geschäftsbereiche zu opfern, wenn sie nicht die erwartete Kapitalrendite liefern. Analysten werten dies als Bruch mit der früheren „Buy-and-Hold“-Mentalität des Konzerns.

Charttechnik sendet Warnsignal

Zum Handelsauftakt am Freitag geriet die Aktie unter Druck und fiel auf 98,50 USD. Technisch kritisch: Der Titel rutschte unter die 200-Tage-Linie, die derzeit bei knapp 99 USD verläuft. Eine schnelle Rückeroberung dieser Marke wäre wichtig, um ein weiteres Abdriften zu verhindern.

Immerhin notiert die Aktie noch deutlich über dem 52-Wochen-Tief von 75,59 USD aus dem August. Der RSI bei 51,3 Punkten signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Niveau.

Was jetzt zählt

Im Februar präsentiert Navratil die Jahreszahlen 2025. Dann muss er nachweisen, dass die eingeleiteten Effizienzmaßnahmen bereits wirken. Sollte der Blue-Bottle-Verkauf tatsächlich kommen und Mittel für Aktienrückkäufe freisetzen, könnte dies kurzfristig stützen. Entscheidend wird aber sein, ob das neue Führungsduo die angekündigte Transformation in operative Verbesserungen umsetzen kann.

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