Nestlé fährt zweigleisig: Während KitKat beim Grand Prix in Melbourne eine globale Formel-1-Partnerschaft startet und mit innovativen Schokoladenprodukten jüngere Zielgruppen erobern will, läuft im Hintergrund ein knallharter Konzernumbau. 16.000 Stellen fallen weg, das Vergütungssystem wird verschärft und mehrere Geschäftsbereiche stehen zum Verkauf. Die Frage ist: Wird die neue Effizienz die schwache Mengendynamik der vergangenen Jahre drehen?
KitKat auf der Überholspur
Die Marke KitKat tritt beim Australien-Grand-Prix als offizieller Schokoladenpartner der Formel 1 an – Auftakt für insgesamt zwölf Rennen in Nestlés Kernmärkten. Die Partnerschaft geht deutlich über Bandenwerbung hinaus: Geplant sind Fan-Erlebnisse via Social Media, exklusives Merchandise, In-Store-Aktivierungen sowie limitierte Produkte.
Nestlé hat eigens einen geformten Schokoladenrennwagen entwickelt – das erste Produkt dieser Art weltweit. In Europa folgt der neue KitKat Chunky mit marmoriertem Effekt, der durch eine proprietäre Technologie entsteht. Am Silverstone Circuit enthüllte das Unternehmen zudem einen fünf Meter langen Schokoladenrennwagen aus 350 Kilogramm Schokolade.
Radikaler Stellenabbau und Portfolio-Bereinigung
Parallel zur Offensive im Marketing läuft eine globale Reorganisation. Weltweit sollen rund 16.000 Arbeitsplätze gestrichen werden – 12.000 davon in der Verwaltung, weitere 4.000 in operativen Bereichen. In Südafrika sind über 400 Mitarbeitende betroffen, mindestens 100 haben bereits Abfindungsgespräche aufgenommen.
CEO Philipp Navratil konzentriert den Konzern auf vier Kernbereiche: Coffee, Petcare, Nutrition sowie Food & Snacks. Das Eiscremegeschäft steht kurz vor dem Verkauf an Froneri. Für Wasser und Premiumgetränke laufen formale Gespräche mit potenziellen Käufern – eine Entkonsolidierung ab 2027 ist wahrscheinlich. Auch das Mainstream-Vitamin- und Nahrungsergänzungsgeschäft soll einen neuen Eigentümer finden.
Verschärftes Vergütungssystem soll Leistung erzwingen
Ab diesem Jahr werden Führungskräfte-Boni stärker an das reale interne Wachstum gekoppelt. Reine Preiserhöhungen gelten nicht mehr als ausreichender Leistungsnachweis. Die Leistungsbewertung wird von drei auf sechs Stufen ausgeweitet.
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Das neue Modell betrifft rund 271.000 Mitarbeitende und ist seit 25. Februar in Kraft. Bislang erhielten selbst schwache Performer mindestens 80 Prozent ihres Bonus. Bei der Bewertung „Unsatisfactory“ droht künftig eine Auszahlung zwischen null und 50 Prozent.
Zahlen 2025 zeigen gemischtes Bild
Für 2025 meldete Nestlé einen Umsatz von 89,5 Milliarden Schweizer Franken und ein organisches Wachstum von 3,5 Prozent. Allerdings entfielen davon 2,8 Prozentpunkte auf Preiserhöhungen. Das reale interne Wachstum legte von 0,2 Prozent in der ersten auf 1,4 Prozent in der zweiten Jahreshälfte zu – ein Zeichen anziehender Mengenentwicklung.
Der Nettogewinn sank jedoch auf 9,0 Milliarden Franken, der Gewinn je Aktie auf 3,51 Franken. Belastend wirkte ein Rückruf bei Säuglingsnahrung, der 2025 Kosten von 185 Millionen Franken verursachte. Für das erste Quartal 2026 rechnet das Management mit weiteren Belastungen von rund 200 Millionen Franken.
Für 2026 stellt Nestlé ein organisches Wachstum von 3 bis 4 Prozent in Aussicht – trotz eines negativen Effekts von etwa 20 Basispunkten durch den laufenden Rückruf. Die operative Marge soll sich verbessern, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Der freie Cashflow wird mit über 9 Milliarden Franken erwartet.
Die Aktie notiert bei 89,55 Euro und liegt damit rund sechs Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Am 22. April wird die Dividende von 3,10 Franken je Aktie ausgezahlt. Ob der Konzernumbau die erhoffte Margendynamik liefert, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen – spätestens dann, wenn die Portfolio-Verkäufe abgeschlossen sind und das neue Vergütungssystem messbare Effekte zeigt.
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