Nestle Aktie: Trendwende mit Zahlen belegt
Das interne Mengenplus übertraf Analystenschätzungen; Nestle hält zugleich an der Jahresprognose für organisches Wachstum fest.

Kurz zusammengefasst
- Reales internes Wachstum erreicht 2,8 Prozent
- Analystenschätzung von rund 1,7 Prozent übertroffen
- Zuwächse in sämtlichen Weltregionen
- Jahresziel von drei bis vier Prozent bestätigt
Nach vier Jahren fast stagnierender Absatzmengen liefert Nestle erstmals wieder ein überzeugendes Volumenplus. Die Zahlen zum dritten Quartal schlugen die Erwartungen, die Aktie legte im frühen Handel um 1,8 Prozent auf rund 84,96 Franken zu. Das Jahreshoch aus dem Juli rückt damit in Reichweite.
Mengenwachstum als Kern
Das organische Umsatzwachstum erreichte 4,0 Prozent, nach 3,7 Prozent im zweiten Quartal. Entscheidender ist die Mengenkomponente: Das reale interne Wachstum lag bei 2,8 Prozent, nach 1,8 Prozent im Vorquartal. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 1,7 Prozent gerechnet.
Bernstein spricht von einem „weiteren wichtigen Schritt bei der operativen Trendwende“ und verweist darauf, dass der Wert der höchste seit 2021 ist. JPMorgan sieht den Konzern auf dem „Weg zu einer nachhaltigen Erholung“. Die Bank hatte Nestle am 16. Oktober auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel auf 100 Franken angehoben.
Das Wachstum ruhte auf breiter Basis. Das Tierfuttergeschäft erholte sich, Marken wie Maggi und KitKat lieferten solide Ergebnisse, und das Wassergeschäft profitierte vom warmen Sommer. Mengenzuwächse gab es in allen Weltregionen.
Russland verlässt die Bilanz
Einen Wermutstropfen nennen Analysten: die Dekonsolidierung des Russland-Geschäfts. Moskau hatte im September die Kontrolle über die dortigen Nestle-Vermögenswerte übernommen. Die Sparte trug nach Konzernangaben bislang etwa drei bis vier Prozent zum Gewinn bei.
Der Umsatz der ersten neun Monate lag mit 65,87 Milliarden Franken ungefähr auf Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr bestätigt der Konzern sein Ziel von drei bis vier Prozent organischem Wachstum.
Kursbild
Der Schweizer Leitindex SMI notierte zeitgleich leicht im Minus, Nestle zählte zu den stärksten Werten. Die Bewegung geht also auf die Unternehmenszahlen zurück, nicht auf den Gesamtmarkt. Bis zum Jahreshoch von 87,09 Franken fehlen noch gut zwei Franken. Ein Überschreiten dieser Marke wäre das nächste technische Signal für die Erholung.
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