Nestle Aktie: Wassergeschäft bekommt Brüsseler Segen
Der geplante Zusammenschluss mit Platinum Equity erhielt grünes Licht; der Vollzug ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.

Kurz zusammengefasst
- EU-Kommission stimmt Peranel-Vorhaben zu
- Nestlé und Platinum halten je 50 Prozent
- Teilverkauf bringt 2,8 Milliarden Franken
- Abschluss für erstes Halbjahr 2027 geplant
Nestlé hat bei der Trennung von seinem Wassergeschäft die wettbewerbsrechtliche Hürde genommen. Die EU-Kommission genehmigte heute das geplante Gemeinschaftsunternehmen mit der US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity. Die Aktie notierte im SIX-Handel zeitweise 1,45 Prozent höher bei 77,49 Franken.
Vereinfachtes Verfahren ohne Einwände
Die Wettbewerbshüter haben keine Bedenken. Nestlé und Platinum Equity sind weder auf denselben noch auf vor- oder nachgelagerten Märkten aktiv, deshalb prüfte die Behörde den Zusammenschluss im vereinfachten Verfahren.
Die beiden Partner wollen Marken wie Perrier, San Pellegrino und Henniez in ein Gemeinschaftsunternehmen namens Peranel mit Sitz in Paris einbringen. Jeder soll 50 Prozent halten.
Milliarden für den Konzern
Die Transaktion bewertet die Sparte mit 4,9 Milliarden Euro, umgerechnet rund 4,5 Milliarden Franken. Nestlé fließen durch den Teilverkauf 2,8 Milliarden Franken zu. Der Abschluss ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Das Wassergeschäft gilt seit Jahren als Sorgenkind. Die Sparte wächst schwach und erzielte 2025 rund 3,5 Milliarden Franken Umsatz, knapp 4 Prozent des Konzernumsatzes. Belastend wirken zudem juristische Probleme in Frankreich, wo unzulässige Aufbereitungsmethoden bei Mineralwasser aufgefallen waren.
Teil des Konzernumbaus
Die Auslagerung passt in den Umbau unter Konzernchef Philipp Navratil. Nestlé will sich stärker auf wachstums- und margenstärkere Geschäftsfelder konzentrieren. Mit dem Teilverkauf verringert der Konzern sein Engagement in einem Bereich, der zuletzt eher Probleme als Impulse lieferte, behält aber über die Hälfte-Beteiligung von 50 Prozent weiterhin einen Fuß in der Tür.
Der Abschluss steht nun nur noch unter dem Zeitplan für das erste Halbjahr 2027. Die Genehmigung aus Brüssel räumt dafür ein zentrales regulatorisches Hindernis aus dem Weg.
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