Netflix Aktie: 325 Millionen Abonnenten für Creator

YouTube zahlt Creator-Millionen für Exklusivität und droht mit Sanktionen. Netflix lockt parallel mit Reichweite und flexiblen Verträgen.

Andreas Sommer ·
Abstrakte Darstellung von modernem digitalem Streaming und Unterhaltungsmedien in einem eleganten, dunkel beleuchteten Raum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Millionen-Deals für Exklusivität
  • Netflix lockt mit Reichweite
  • YouTube droht mit Sanktionen
  • Kampf um Creator-Loyalität

YouTube zahlt Millionen, um seine größten Stars zu halten. Der Grund: Netflix wirbt gezielt YouTube-Creator ab. Damit eskaliert ein Machtkampf um die wertvollste Ressource der Streaming-Branche – populäre Gesichter mit treuem Publikum.

YouTube setzt auf Bargeld und Drohungen

YouTube bietet beliebten Kanälen laut Bloomberg-Recherchen Millionenbeträge an. Im Gegenzug sollen die Creator ihre Videos für einen bestimmten Zeitraum exklusiv auf der Plattform veröffentlichen. Die Zahlungen laufen über zwei Kanäle: YouTube finanziert manche Formate direkt, bei anderen erhalten Creator einen Anteil an großen Markendeals.

Abgeschlossen ist noch nichts. Mit mehreren Partnern steht YouTube laut Insidern aber kurz vor einer Einigung.

Wer trotzdem auf beiden Plattformen gleichzeitig veröffentlicht, riskiert Konsequenzen. YouTube hat entsprechende Creator gewarnt: Sie fliegen dann aus Marketingkampagnen und Events der Plattform. Zusätzlich verlieren sie ihren Anteil an bestimmten Markendeals.

Netflix lockt mit Reichweite

Ausgelöst hat den Konflikt Netflix. Der Streamingdienst wirbt aktiv YouTube-Stars ab und bietet ihnen nicht-exklusive Verträge an. Creator dürfen ihre Inhalte dabei parallel auf beiden Plattformen zeigen.

Alan Chikin Chow und Nick DiGiovanni haben bereits unterschrieben. Netflix verhandelt zudem mit Dutzenden weiteren Kanälen und Formaten – darunter die Promi-Talkshow „Hot Ones“.

Das Angebot von Netflix ist simpel: Creator bekommen zusätzliches Geld für Inhalte, die sie ohnehin schon produziert haben. Dazu kommt Zugang zu mehr als 325 Millionen Abonnenten weltweit. Ein prominenter Erfolg für diese Strategie: Der Comedy-Podcast „Kill Tony“ beendete nach zwölf Jahren seine durchgehende YouTube-Präsenz und wechselte zu Netflix.

Für YouTube-Chef Neal Mohan bedeutet die neue Härte einen Kurswechsel. Bisher ging er davon aus, dass Creator bei der Konkurrenz eher zusätzliche Zuschauer zu YouTube zurückbringen. Mohan und sein Team kamen laut Bloomberg in den vergangenen Wochen jedoch zu einem anderen Schluss: Die wachsende Zahl an Doppel-Veröffentlichungen wurde zum echten Problem.

Der Kern der Sorge ist kommerziell. Läuft ein Video gleichzeitig auf beiden Plattformen, kann YouTube Werbekunden die Exklusivität des Contents nicht mehr glaubhaft verkaufen.

Zwei Milliarden-Player, ein Publikum

Der Streit zeigt, wie direkt beide Plattformen inzwischen um dieselben Zuschauer und Werbebudgets konkurrieren. YouTube erreicht mittlerweile mehr Zuschauer auf Fernsehbildschirmen als jeder andere Streamingdienst. Netflix wiederum lizenziert YouTube-Formate wie „CoComelon“, um jüngeres Publikum zu gewinnen.

Bei den Einnahmen liegt YouTube 2025 vorn: Der Werbe- und Abo-Umsatz der Plattform übersteigt 60 Milliarden Dollar und damit die Erlöse von Netflix im selben Jahr. Über die vergangenen vier Jahre hat YouTube nach eigenen Angaben mehr als 100 Milliarden Dollar an Creator ausgeschüttet.

Ganz neu ist diese Taktik nicht. YouTube hatte schon einmal Creator mit Geld davon abgehalten, sich an den mittlerweile eingestellten Startup-Konkurrenten Vessel zu binden.

Netflix-Aktie mit Momentum

Die Auseinandersetzung um Creator-Loyalität trifft Netflix in einer Phase der Kurserholung. Die Aktie notiert aktuell bei 68,47 Euro, nach einem Plus von 14 Prozent in den vergangenen 30 Tagen. Der RSI von 60,5 deutet auf spürbares Kaufinteresse hin, ohne bereits überkauft zu sein.

Ob das nicht-exklusive Creator-Modell von Netflix den aggressiveren Bindungsversuchen von YouTube standhält, entscheidet sich in den kommenden Monaten an harten Zahlen: Abonnentenwachstum und Engagement-Werten auf beiden Plattformen.

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Netflix Aktie

68,80 EUR

– 0,80 EUR -1,15 %
KGV 24,34
KUV 6,54
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 322,29 Mrd. USD
Ø Kursziel 93,66 USD
ISIN: US64110L1061 WKN: 552484

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