Netflix Aktie: $55 Milliarden Rückkauf expandiert
Netflix verzeichnet dank einer Ausfallgebühr einen Milliarden-Gewinn, während der Abschied von Reed Hastings und ein verhaltener Ausblick die Aktie belasten.

Kurz zusammengefasst
- Co-Gründer Reed Hastings verlässt den Verwaltungsrat
- Milliarden-Sondererlös aus geplatzter Warner-Übernahme
- Aktienrückkaufprogramm auf 55 Milliarden Dollar erweitert
- Werbefinanziertes Abo-Modell treibt Neuanmeldungen an
Nach fast drei Jahrzehnten verlässt Co-Gründer Reed Hastings die Bühne. Der Streaming-Pionier Netflix steht vor einem historischen Führungswechsel — ausgerechnet in einer Phase, in der eine geplatzte Übernahme und ein verhaltener Ausblick die Anleger verunsichern.
Der Rückzug des Gründers
Hastings scheidet im Juni aus dem Verwaltungsrat aus. Er will sich künftig philanthropischen Projekten widmen. Damit vollzieht er den letzten Schritt seines geordneten Rückzugs, nachdem er bereits vor drei Jahren den CEO-Posten an Ted Sarandos und Greg Peters übergeben hatte.
Parallel dazu kündigte das Management im aktuellen Aktionärsbrief eine massive Kapitalmaßnahme an. Netflix weitet die Ermächtigung für Aktienrückkäufe auf 55 Milliarden US-Dollar aus. Die prall gefüllte Kasse resultiert maßgeblich aus einem Sondereffekt, der auch die jüngsten Quartalszahlen stark verzerrt.
Geplatzter Deal treibt den Gewinn
Im ersten Quartal übertraf der Umsatz mit 12,25 Milliarden US-Dollar die Erwartungen der Wall Street. Der ausgewiesene Nettogewinn von gut fünf Milliarden US-Dollar blendet allerdings. Der Löwenanteil dieses Sprungs stammt aus einer Ausfallgebühr über 2,8 Milliarden US-Dollar.
Diesen Betrag kassierte Netflix, nachdem das Unternehmen die geplante Übernahme von Warner Bros. absagte. Ohne diesen nicht-operativen Geldregen sähe die Bilanz deutlich nüchterner aus. Entsprechend kühl reagierte der Markt: Die Aktie rutschte nachbörslich um neun Prozent ab und notiert aktuell bei knapp 92 US-Dollar.
Werbegeschäft wächst, Ausblick enttäuscht
Für das zweite Quartal dämpft der Vorstand die Erwartungen. Die Prognose für den Umsatz liegt bei 12,5 Milliarden US-Dollar und verfehlt die Analystenschätzungen knapp. Auch der anvisierte Gewinn je Aktie bleibt hinter den Vorgaben zurück. Als Grund nennt das Unternehmen hohe Abschreibungen auf Inhalte, die sich in der ersten Jahreshälfte ballen.
Ein Lichtblick bleibt das werbefinanzierte Abo-Modell. In den entsprechenden Märkten entfallen mittlerweile mehr als 60 Prozent der Neuanmeldungen auf dieses Segment. Hinzu kommen Erfolge bei Live-Events: Die Übertragung des World Baseball Classic lockte allein in Japan über 31 Millionen Zuschauer an und sorgte dort für einen Rekord bei den täglichen Neuanmeldungen.
Politische Anträge auf der Hauptversammlung
Am 4. Juni stimmen die Aktionäre auf der virtuellen Hauptversammlung über die künftige Zusammensetzung des Verwaltungsrats ab. Auf der Agenda stehen zwei politisch motivierte Anträge. Kritiker fordern Berichte zur Rentabilität von ESG-Investitionen und werfen dem Unternehmen eine finanzielle Schädigung durch eine zu progressive Ausrichtung vor.
Das Gremium empfiehlt die Ablehnung dieser Vorstöße. Eine Zustimmung gilt als unwahrscheinlich, zwingt das Management aber zur öffentlichen Positionierung.
Mit der Hauptversammlung im Juni formiert sich Netflix neu. Unter der alleinigen Führung von Sarandos und Peters rückt nach der abgesagten Warner-Übernahme wieder das organische Wachstum in den Fokus. Das erweiterte Rückkaufprogramm bietet dem Duo dabei einen massiven finanziellen Hebel, um den schwächelnden Aktienkurs in den kommenden Monaten zu stützen.
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