Ben Afflecks KI-Startup InterPositive gehört künftig zu Netflix. Für bis zu 600 Millionen Dollar übernimmt der Streamingriese das Unternehmen — und setzt damit ein klares Signal, wie er die Zukunft der Filmproduktion gestalten will.
Was InterPositive kann
InterPositive ist kein klassisches generatives KI-Tool. Die Technologie analysiert das Rohmaterial einer laufenden Produktion und baut darauf ein maßgeschneidertes KI-Modell auf. Regisseure und Editoren können damit in der Postproduktion Farben korrigieren, Szenen neu ausleuchten oder visuelle Effekte hinzufügen — ohne neues Material zu generieren oder fremdes Footage zu verwenden.
Dieser Ansatz ist in Hollywood politisch bedeutsam. Gerade laufen neue Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Streamingdiensten, darunter Netflix. InterPositive betont ausdrücklich, dass seine Werkzeuge Kreative unterstützen, nicht ersetzen. Das 16-köpfige Team aus Ingenieuren, Forschern und Kreativen wechselt vollständig zu Netflix.
Die Technologie wird exklusiv bleiben. Netflix plant, sie seinen Produktionspartnern zugänglich zu machen, nicht aber kommerziell zu lizenzieren — ein bewusster Bruch mit dem üblichen Studio-Modell.
Starke Zahlen, klare Strategie
Die Übernahme kommt aus einer Position der Stärke. 2025 erzielte Netflix einen Umsatz von 45,18 Milliarden Dollar, ein Plus von knapp 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn stieg um 26 Prozent auf 10,98 Milliarden Dollar. Die operative Marge soll 2026 von 29,5 auf 31,5 Prozent wachsen. Das Werbegeschäft legte 2025 um mehr als 150 Prozent auf über 1,5 Milliarden Dollar zu — und soll sich 2026 erneut annähernd verdoppeln.
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Co-CEO Ted Sarandos brachte die Logik hinter dem InterPositive-Deal bereits 2024 auf den Punkt: „Es steckt mehr Geschäftspotenzial darin, Inhalte um 10 Prozent besser zu machen, als sie um 50 Prozent billiger zu produzieren.“
Kontext: Kein Mega-Deal, aber kein Zufallskauf
Die Übernahme fällt in eine bemerkenswerte Phase. Nur eine Woche zuvor hatte Netflix sein Interesse an den Studios und Streamingsparten von Warner Bros. Discovery aufgegeben, nachdem Paramount Skydance sein Gebot erhöht hatte. Statt einer milliardenschweren Bibliotheksübernahme setzt Netflix auf proprietäre Produktionstechnologie als langfristigen Wettbewerbsvorteil.
Am 16. April 2026 legt Netflix seine Ergebnisse für das erste Quartal vor. Das Management erwartet einen Umsatz von 12,2 Milliarden Dollar — ein Wachstum von 15,3 Prozent, nach 17,6 Prozent im Vorquartal. Wie Sarandos und Co-CEO Greg Peters die KI-Strategie in diesem Zahlenrahmen einbetten werden, dürfte für Anleger die entscheidende Botschaft des Earnings Calls sein.
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