Netflix Aktie: Sieben Tage Talfahrt vor Hauptversammlung

Netflix-Aktie fällt sieben Tage in Folge. Vor der Hauptversammlung ohne Reed Hastings wachsen Zweifel an der Kursentwicklung.

Dr. Robert Sasse ·
Ein abfallender Börsenkurs-Graph mit der unscharfen Silhouette einer besorgten Person, die ein Smartphone hält. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktie verliert sieben Tage lang
  • Reed Hastings verlässt Aufsichtsrat
  • Umsatzwachstum von 12-14% erwartet
  • Werbeerlöse sollen sich verdoppeln

Netflix verliert Boden — und das ausgerechnet vor einer Hauptversammlung, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. Seit sieben Handelstagen in Folge gibt die Aktie nach. Am Dienstag schloss sie bei 83,36 Dollar, ein Minus von knapp 3 Prozent.

Der breite Markt bot keinen Erklärungsansatz. Der Dow legte leicht zu, S&P 500 und Nasdaq bewegten sich kaum. Der Druck auf Netflix ist hausgemacht.

Reed Hastings tritt ab

Am Donnerstag findet die Jahreshauptversammlung statt — und sie markiert das Ende einer Ära. Netflix-Mitgründer Reed Hastings kandidiert nicht mehr für den Aufsichtsrat. Er will sich auf Philanthropie konzentrieren. Als Co-CEO hatte er das Unternehmen bereits Anfang 2023 verlassen, als Ted Sarandos die operative Führung übernahm.

Einen Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzenden hat der Vorstand bislang nicht benannt. Das hinterlässt eine Lücke — strategisch wie symbolisch.

Auf der Tagesordnung stehen neben der Vorstandsvergütung auch ein Aktionärsantrag zu Abstimmungsrechten per schriftlicher Zustimmung sowie ein ESG-Berichtsvorschlag.

Zahlen stimmen, Stimmung nicht

Die Finanzziele stehen. Co-CEO Greg Peters bekräftigte auf dem April-Earnings-Call ein Umsatzwachstum von 12 bis 14 Prozent für 2026. Der Jahresumsatz soll zwischen 50,7 und 51,7 Milliarden Dollar liegen. Die operative Marge soll 31,5 Prozent erreichen.

Das Werbegeschäft wächst schnell. Netflix arbeitet inzwischen mit über 4.000 Werbekunden zusammen — 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ziel: rund 3 Milliarden Dollar Werbeerlöse in diesem Jahr, doppelt so viel wie 2025. Den freien Cashflow hebt das Unternehmen auf 12,5 Milliarden Dollar an.

Trotzdem bleibt die Skepsis. Im zweiten Quartal erwartet Netflix rund 13 Prozent Umsatzwachstum. Die Ausgaben für Inhalte sollen in der ersten Jahreshälfte ihren Höhepunkt erreichen. Anleger fragen sich, ob die Kosten kurzfristig die Gewinne belasten — bevor die langfristigen Effekte greifen.

Live-Inhalte als Wachstumswette

Netflix baut sein Programm aus. Seit Mai streamt das Unternehmen „The Breakfast Club“ täglich live — in Kooperation mit iHeartMedia. Das Format verbindet Inhalte direkt mit dem Werbegeschäft und testet die Live-Infrastruktur des Konzerns.

Parallel dazu setzt Netflix auf Kinder- und Familieninhalte. Mit Ferrero entstehen Wonka-Kooperationen, mit Moose Toys neue Spielzeuglinien.

Was Donnerstag zeigen muss

Die 30-Tage-Rendite liegt bei minus 6,8 Prozent. Auf Jahressicht verloren Aktionäre 29,6 Prozent. Über fünf Jahre steht ein Plus von 73,6 Prozent — über drei Jahre sogar 112,7 Prozent. Das Langfristbild ist intakt, das Kurzzeitbild trüb.

Die Hauptversammlung am Donnerstag wird zeigen, ob das Management die Wachstumsstory überzeugend verteidigen kann. Gelingt das nicht, dürfte die Talfahrt weitergehen.

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Netflix Aktie

69,80 EUR

– 0,32 EUR -0,46 %
KGV 25,73
KUV 6,87
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 340,28 Mrd. USD
Ø Kursziel 93,66 USD
ISIN: US64110L1061 WKN: 552484

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