Netflix Aktie: Sparkurs oder Wachstum?
Netflix bestätigt seine Jahresprognose trotz Stellenabbau; Huber Research senkt die Bewertung und das Kursziel der Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Rund sechs Prozent der Belegschaft betroffen
- Co-CEOs bekräftigen Jahresprognose für 2026
- Netflix sicherte sich WM-Rechte für 2030
- Huber Research senkte Rating und Kursziel
Rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen den Streaming-Konzern verlassen. Netflix kündigte gestern einen Abbau von etwa sechs Prozent seiner weltweiten Belegschaft an. Betroffen von den Einschnitten sind vor allem die Bereiche Produkt, Technologie, Recht und Personal.
Trotz des deutlichen Personalschnitts bekräftigten die Co-CEOs des Unternehmens, dass Netflix weiterhin auf Kurs bleibe, die eigene Jahresprognose für das Gesamtjahr zu erfüllen. An den Finanzmärkten sorgte der Schritt am Mittwoch für verhaltene Reaktionen: Im europäischen Handel schloss die Aktie mit einem leichten Plus von 0,6 Prozent bei 63,29 Euro.
Straffung interner Strukturen
Die Kündigungswelle kommt nicht völlig überraschend. Bereits am 9. Oktober gab es Berichte über geplante Personalkürzungen in einer Größenordnung von rund fünf Prozent. Laut Reuters folgte die offizielle Bestätigung der Maßnahme durch das Unternehmen schließlich am 14. Oktober, wobei das tatsächliche Ausmaß mit sechs Prozent etwas höher ausfiel als zuvor kolportiert.
Mit dem Schritt greift das Management spürbar in die operativen Abteilungen ein. Dass insbesondere Technologie- und Produktteams von den Maßnahmen erfasst werden, verdeutlicht den gestiegenen Fokus auf Kosteneffizienz im Kerngeschäft.
Indem die Co-CEOs parallel zur Kündigungswelle die Erreichung der Jahresziele bestätigten, versuchten sie zugleich, den Kapitalmarkt hinsichtlich der operativen Leistungsfähigkeit zu beruhigen. Auf Monatssicht steht für den Titel dennoch ein Minus von 6,2 Prozent zu Buche.
Sportoffensive trifft auf Skepsis
Parallel zum Sparkurs setzt Netflix jedoch an anderer Stelle auf kostspielige Expansion. Am Dienstag sicherte sich das Unternehmen die exklusiven Übertragungsrechte für alle 104 Begegnungen der FIFA-Weltmeisterschaft 2030 in Spanien und Andorra. Die Vereinbarung sieht vor, dass in Spanien ein Spiel pro Spieltag kostenfrei gestreamt werden kann.
Zudem umfasst ein frei empfangbares Paket sämtliche Partien der spanischen Nationalmannschaft, die beiden Halbfinals sowie das Endspiel des Turniers. Der Vorstoß in den Live-Sport soll das Nutzerwachstum in europäischen Kernmärkten langfristig absichern.
An der Wall Street stößt die Gemengelage aus Einsparungen und Rechteeinkäufen nicht überall auf Begeisterung. Das Analysehaus Huber Research stufte die Aktie am Dienstag von „Overweight“ direkt auf „Underweight“ ab. Die Experten senkten ihr 12-Monats-Kursziel von $85 auf $70. Zur Begründung verwies Huber Research auf wachsende Risiken bei der Nutzerinteraktion sowie auf Herausforderungen bei der weiteren Preisgestaltung des Streamingdienstes.
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