NextEra Energy Aktie: Virginia verlangt alte Fusionsunterlagen
Die Virginia-Prüfung fordert Akten zu NextEras gescheitertem Vorhaben; über deren Zulassung als Beweise wird später entschieden.
Kurz zusammengefasst
- Frühere Übernahmeakten müssen offengelegt werden
- Beweiszulassung bleibt zunächst noch offen
- Oklahoma-Tochter haftet für überhöhte Gaspreise
- Star-Projekt mit 22 Milliarden Dollar Zuschlag
Die geplante Fusion zwischen NextEra Energy und Dominion Energy sieht sich in Virginia mit zusätzlichen Offenlegungspflichten konfrontiert. Ein Anhörungsbeauftragter der State Corporation Commission entschied gestern, dass interne Untersuchungsunterlagen zu einem früheren Übernahmeversuch im aktuellen Prüfverfahren vorgelegt werden müssen. Konkret geht es um Dokumente zu NextEras gescheitertem Vorhaben, den kommunalen Energieversorger von Jacksonville zu erwerben.
Nach der Anordnung sind die Unterlagen grundsätzlich offenlegungspflichtig. Ob die Kommission das Material letztlich auch als Beweismittel im Verfahren zulässt, soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.
Für den Zusammenschluss der beiden Energiekonzerne bedeutet die Entscheidung eine weitere formelle Hürde. Bereits am morgigen Mittwoch findet im Rahmen der Prüfung eine Präsenzanhörung in Newport News statt, gefolgt von einem weiteren öffentlichen Termin am Freitag im Fairfax County.
Gespaltene Stimmen an der Wall Street
An den Finanzmärkten verlief der Wochenauftakt für die Anteilsscheine verhalten. Am gestrigen Montag ging das Papier mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent bei 68,00 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel 3,2 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 65,91 Euro.
Unter den Analysten gehen die Meinungen über die Perspektiven des Energieunternehmens weit auseinander. James Thalacker von BMO Capital bestätigte am 2. Oktober seine Kaufempfehlung und rief ein Kursziel von 93 $ auf. Am selben Tag zeigte sich Angie Storozynski von Seaport Research deutlich skeptischer: Die Analystin behielt ihre Verkaufsempfehlung bei, hob ihr Kursziel jedoch leicht von 55 $ auf 56 $ an.
Juristische Altlasten und Ausbaupläne
Neben den Auflagen im Fusionsprozess belasten rechtliche Streitigkeiten aus früheren Perioden. Ein Gericht im Osage County gab am 29. September einem Antrag des Bundesstaates Oklahoma auf teilweises Versäumnisurteil statt.
Demnach haftet die Konzerntochter NextEra Energy Marketing nach dem Notfall-Preisstabilisierungsgesetz und dem Verbraucherschutzgesetz des Bundesstaates für überhöhte Erdgaspreise während des Wintersturms Uri. Der genaue Umfang der Entschädigungs- und Rückzahlungsansprüche wird im anstehenden Hauptverfahren verhandelt.
Parallel treibt das Unternehmen seine Infrastrukturvorhaben voran. Am 1. Oktober erhielt eine Partnerschaft aus NextEra Energy Resources, Related Companies und Lewis Energy Group vom US-Handelsministerium sowie der Republik Korea den Zuschlag für das Projekt Star.
Auf dem mehr als 22 Milliarden Dollar schweren Energiecampus im texanischen Encinal sind 6,47 Gigawatt an Gaskraftwerksleistung für einen angrenzenden Rechenzentrumskomplex mit fünf Gigawatt Leistung sowie zusätzlicher Strom für das öffentliche Netz vorgesehen. Nach Unternehmensangaben soll die erste Stromerzeugung vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen frühestens 2029 beginnen.
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